Wer sitzt künftig im Feuerwehrauto, wenn's brennt?

Zuwanderung als Chance erkennen

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Zur Zukunftswerkstatt hatte Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder (l.) in die Stadthalle eingeladen. Rund 160 Vereinsvertreter und Flüchtlinge hörten, staunten und diskutierten mit. Hauptreferent war Dr. Winfried Kösters (r.).

Diemelstadt. Wer löscht das Feuer, wenn es nicht mehr genügend junge Leute, gibt, die die Löschfahrzeuge besetzen? Wer pflegt die Alten, wenn es nicht mehr genügend Pflegekräfte gibt? – In der Zukunftswerkstatt 2.0 ging es am Sonnabend um die Frage, wie die Diemelstadt in Zukunft funktionieren soll. Die Antwort am Ende eines sechs Stunden langen, sehr intensiven Werkstatt-Nachmittags in der Stadthalle: Es geht nicht ohne Zuwanderung.

Zuwanderung, ganz gleich ob von Gastarbeitern in den 60ern und 70ern, Übersiedlern in den 80ern und 90ern und Asylsuchenden im neuen Jahrtausend müsse als Chance erkannt werden, so die Botschaft des engagierten Demografie- und Integrationsexperten Dr. Winfried Kösters. 

Seinen Vortrag vor rund 160 Vereinsvertretern aus der Diemelstadt begann der Autor des Buches “Weniger, Bunter, Älter” mit der Aufforderung, einmal Stammtischparolen zum Thema Flüchtlinge in den Raum zu werfen. Das Spektrum reichte von der Belastung der Sozialsysteme über Kopftuchzwang, bis hin zur Angst vor Kriminalität und dem hilflosen Einwurf “Kirchen werden geschlossen, Moscheen gebaut”. 

All das seien Vorurteile, die zur typischen Bauchkommunikation passten: Argumente aus dem Bauch heraus, ohne tatsächliche Unterfütterung durch Zahlen und Fakten, aber sehr emotional geladen. Wer nun versuche, die Argumenten auf der Kopfebene, der müsse scheitern, weil Kopf und Bauch meist nicht zusammenfänden, so Dr. Kösters.

 Seine Argumentationsschiene: Man kann politisch alles fordern, auch die Ausweisung aller Ausländern. Dann aber müssten auch die sich daraus ergebenden Probleme beantwortet werden: Wer übernimmt die Pflege der alternden Bevölkerung? Wer ersetzt die 36.000 ausländischen Ärzte in den deutschen Krankenhäusern?

Mehr Details aus der Zukunftswerkstatt in Diemelstadt lesen Sie in der Montagsausgabe der WLZ

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