Pläne liegen in den Rathäusern von Marsberg und Diemelstadt aus.

Zwei weitere Windkraftanlage bei Hesperinghausen geplant

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Häufung von Windkraftanlagen auf dem Höhenrücken zwischen Waldeck und Westfalen im Roten Land bei Kohlgrund.

Diemelstadt/Marsberg – Eine weitere Windkraftanlage wird in der Nähe von Hesperinghausen auf Marsberger Gemarkung geplant. Bis zum 25. Februar liegen die Antragsunterlagen im Rathaus in Rhoden zu jedermanns Einsicht aus.

Diemelstadt sieht sich seit einigen Jahren mit verschiedenen Plänen für Windkraftanlagen auf der angrenzenden sauerländischen Seite und dem Regionalplan Energie des Regierungspräsidiums in Kassel konfrontiert.

Gegen den Plan ist bereits eine Klage der Stadt Diemelstadt eingelegt worden, ferner haben Korbach, Willingen und Diemelsee den Klageweg beschritten. Derzeit läuft eine Mediation. Das heißt, es werden außergerichtliche Vermittlungsmöglichkeiten untersucht. Die Diemelstadt hatte einen Rechtsanwalt mit der Klageerhebung beauftragt. Aufgrund der Mediation sei „Stillschweigen“ unter den Kommunen vereinbart worden, sagte Bürgermeister Elmar Schröder auf WLZ-Anfrage.

Unterdessen werden von Investoren aus dem Sauerland und Diemelstadt Windkraftanlagen auf dem zu Diemelstadt angrenzenden Gebiet der Stadt Marsberg geplant. Im Rhoder Rathaus liegen nun die Antragsunterlagen der Aufwind Marsberg GbR, vertreten durch einen Investor aus Paderborn, zur Einsicht aus. Der Standort ist an der Kreisstraße 68 auf sauerländischer Seite kurz vor zwei scharfen Kurven in Richtung Hesperinghausen vorgesehen.

Auf der anderen Seite steht bereits seit zwei Jahren in der Nähe die Anlage eines Investors aus der Stadt Marsberg, die aber noch nicht betrieben werden darf. Vier Verwaltungsgerichtsverfahren sind dazu bereits geführt worden.

Gegen die Anlagen hat der Naturschutzbund Klage erhoben. Ähnlich verhält es sich bei den drei Verfahren, bei denen die Investoren aus Neudorf bisher unterlegen waren. Laut Bürgermeister Schröder sind die Investoren in eine weitere Runde vor das Oberverwaltungsgericht Münster gezogen. Geplant sind Windmühlen in der Gemarkung Erlinghausen.

Proteste gegen die Anlagen bezogen sich auf die als zu gering erachteten Abstände zur Wohnbebauung und seitens der Naturschützer auf die Bedrohung des unter Naturschutz stehenden Rotmilans.

Nach Beobachtung von Bürgermeister Schröder wird das so genannte Helgoländer Papier inzwischen auch bei den Behörden stärker beachtet. Diese Studie der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG VSW) hat bereits 2007 in dem Papier Empfehlungen zum Schutz von Vögeln niedergeschrieben und Abstände zwischen Nistplätzen und Windkraftanlagen vorgeschlagen. Ein „Umdenken“ in den Behörden bewirke nun, dass diese Empfehlungen stärker beachtet würden.

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