Prozess wegen Anstiftung zu gewerbsmäßigem Diebstahl  und Hehlerei

Ein „Danke“ für die Haftstrafe und 1000 Euro für Edertals Partnerschaft zu Horni Cermna

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Zwei Jahre Haft auf vier Jahre zu Bewährung: So lautet das Urteil gegen einen 23-Jährigen vor dem Amtsgericht Fritzlar.

„Ich werde straffrei leben“, versicherte ein 23-Jähriger aus Schwalm-Eder, der in Fritzlar wegen Anstiftung zum gewerbsmäßigen Diebstahl zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde.

Edertal/Wildungen/Fritzlar –Die Strafe wird auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann, der sich für das Urteil ausdrücklich bedankte, wird einem Bewährungshelfer unterstellt, muss zur Suchtberatung, sich regelmäßigen Urinkontrollen unterziehen und 1000 Euro an den Förderverein der Partnerschaft zwischen Edertal und Horni Cermna in der Tschechischen Republik zahlen. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin, die das Urteil ebenso akzeptierte wie die Verteidigung, so dass es rechtsgültig ist.

Der Angeklagte entschuldigte sich für die Taten, die er unter anderen in Bad Wildungen, Fritzlar, Borken und Kassel beging. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, von Januar bis März 2018 in drei Fällen einen Bekannten zum Diebstahl angestiftet und mit der Beute gewerbsmäßig gehandelt zu haben. Der Bekannte hatte Kleidung und Parfüm erworben, um durch deren Weiterverkauf Drogen für den Angeklagten zu finanzieren. „Ich war abhängig“, gab der 23-Jährige zu. Er habe bis zu 33 Tabletten am Tag geschluckt.

Auf die Frage von Richterin Corinna Eichler, warum er nur einen Hauptschulabschluss und keine Ausbildung habe, antwortete er: „Jung und dumm.“ Inzwischen arbeitet der Mann in der Logistik, und er will eine Ausbildung beginnen. Zu seinem dreijährigen Kind und dessen Mutter habe er keinen Kontakt.

In einer Fachklinik hatte der Anklagte eine Therapie nicht beendet. Die Therapeutin habe ihn rausgeekelt, meinte er. Dem widersprach die als Zeugin geladene Therapeutin jedoch. Er sei gegangen, „weil er das wollte“, aus privatem Grund.

„Mein Traum ist, dass ich irgendwann mal selbstständig bin“, sagte der 23-Jährige, der viele Jahre Cannabis konsumierte und damit handelte, um die Sucht zu finanzieren. Das Vorstrafenregister umfasst acht Delikte zwischen 2011 und 2018, darunter räuberische Erpressung, Einbruchdiebstahl, Fahren ohne Führerschein, unerlaubter Waffenbesitz sowie Handel mit Betäubungsmitteln und Abgabe an Minderjährige. seine bisher höchste Strafe : ein Jahr, acht Monate.

Er habe die ersten Straftaten in jungen Jahren begangen, schilderte die Staatsanwältin. Positiv: Seit Sommer 2018 sei er nicht mehr straffällig geworden.

Darauf und aufs volle Geständnis verwies auch der Verteidiger. Der Mann sei offen, ehrlich und habe seinen Lebenswandel geändert: Er habe eine vernünftige Freundin, die zu ihm halte.

„Lassen Sie die Finger von den Kifferprimeln, die lösen Ihre Probleme nicht“, redete Richterin Eichler dem Mann bei der Urteilsverkündung eher freundlich ins Gewissen. Und: „Sie haben nochmal Glück gehabt. Läuft das jetzt in der Bewährung nicht – ich ziehe Ihnen die Hammelbeine lang.“  -ms-

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