Aus dem Fotoalbum von Helge Franz

1934 von Bad Wildungen an den Edersee: Familienausflug ins Atlantis

Ausflug im Jahr 1934 an das aufgetauchte Sperrmauermodell: Die Familie Bertram aus Bad Wildungen. Foto: Alfred Franz/Bad Wildungen/pr

Edersee. Das Edersee-Atlantis übte schon wenige Jahre nach dem Bau der Talsperre einen besonderen Reiz aus.

Wenn der Stausee bei Niedrigwasser die Ruinen der versunkenen Dörfer frei gab, zog es Einheimische und Touristen an die geschichtsträchtigen Stätten. Der Waldecker Helge Franz hat in seinem Familienalbum alte Fotos von einem Ausflug an das Sperrmauermodell. Sein Großvater Alfred Franz aus Bad Wildungen hat sie im Jahr 1934 aufgenommen.

Eine Aufnahme zeigt die Familie Bertram mit zahlreichen weiteren Ausflüglern an dem Miniatur-Modell. Metzgermeister Fritz Bertram, der damals in der Bad Wildunger Hinterstraße lebte, besuchte mit Sohn Wilhelm, Tochter Luise Franz, Enkelsohn Kurt Franz, seiner Ehefrau Luise sowie mit Tochter Lina Stark, die aufgetauchten Bauwerke. Bilder zeigen Familienmitglieder vor 84 Jahren am Modell an der Bericher Hütte. 

Reste des Rinderstalls von Gut Vornhagen in 1934.   Fotos: Alfred Franz/Bad Wildun gen/pr

Zu sehen sind auch Mauerreste des alten Rinderstalls von Gut Vornhagen, das am Fuß des Waldecker Schlossbergs gelegen war.

Kaufmann in der Bad Wildunger Altstadt

„Mein Großvater Alfred Franz ist am 1. Oktober 1907 in Bad Wildungen geboren und war mit Luise Bertram, Tochter des Metzgermeisters Fritz Bertram, verheiratet“, erzählt Helge Franz. Von Beruf war der Vorfahr Kaufmann und hat das elterliche Geschäft (Adam Franz, Brunnenstraße 10) übernommen und bis zu seinem frühen Tod in 1963 geführt. Sein eigentliches Hobby war aber nicht die Fotografie sondern die Imkerei.

„Von seinen Fotos sind nur wenige Negative erhalten, die mein Vater Kurt Franz aufbewahrt hat“, berichtet sein Sohn Helge. Der Waldecker wurde kürzlich bei dem WLZ-Bericht „Auf Zeitreise im Edersee“ auf das Familienbild am Sperrmauermodell aufmerksam und wunderte sich über die Perspektive. Bei einem Blick auf sein Originalfoto im Familienalbum stellte er fest: „Das abgedruckte Foto war spiegelverkehrt.“

Die wenigen Aufnahmen aus dieser Zeit sind oft durch viele Hände gegangen, wurden vervielfältigt und reproduziert. So gelang offenbar eine spiegelverkehrte Kopie an den Heimatforscher Wilhelm Neuhaus aus Nieder-Werbe, der es zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte.

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