Ergebnis aus WLZ-Telefonumfrage

52 Prozent von knapp 200 befragten Edertalern für Abschaffung der Anliegerbeiträge

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Ein Auslöser für die Diskussion in Edertal um die Zukunft der Anliegerbeiträge: der auf Sicht anstehende Ausbau der Edertalstraße in Hemfurth.

Edertal – Rund 52 Prozent der knapp 200 angerufenen Einwohnerinnen und Einwohnern in der Großgemeinde sprechen sich für die Abschaffung von Straßen-Anliegerbeiträgen aus.

Das ist eines der Ergebnisse aus der Telefon-Umfrage im Auftrag der Waldeckischen Landeszeitung. 9,5 Prozent der Befragten sind gegen die Abschaffung.

Der 38,5 Prozent große Anteil derer, die sich zu diesem Thema nicht äußerten, lässt allerdings erahnen, dass Gemeindevorstand und -vertretung hier eine harte Nuss zu knacken haben. Viele Argumente des Für und Wider sind abzuwägen. Nur ein Beispiel: Was ist mit den vielen Anliegern, die in der Vergangenheit bereits ihre Beiträge entrichtet haben und etwa durch ein Umlegen der Kosten auf die Grundsteuern ein zweites Mal belastet würden? Wie kann eine möglichst faire Lösung aussehen, die verhindert, dass Einzelne an Straßen mit sehr wenigen Anliegern in große Finanzprobleme geraten?

Die Vereinszukunft

Bei den Zukunftsaussichten der Vereine und der Frage, ob sie mehr Unterstützung brauchen, ergibt sich keine klare Tendenz. Die Skepsis überwiegt etwas. Die extremen Urteile „Sehr schlecht – es muss sich wirklich etwas tun“ und „Sehr gut“ bewegen sich bei 7 und 5 Prozent der Antworten. Das „Mittelmäßig“ landete bei 32 Prozent. „Schlechte“ Zukunftsaussichten mit dem Zusatz „Da könnte man noch was tun“ prognostizieren knapp 22 Prozent der Befragten den Vereinen. Dem stehen knapp 12 Prozent Optimisten mit ihrem „Gut“ gegenüber. Ein ebenfalls rund 22 Prozent großer Anteil enthielt sich der Einschätzung in dieser Frage.

Der Gemeinsinn

Unter Punkt drei konfrontierten wir die Umfrageteilnehmer, von denen rund drei Viertel keine WLZ-Abonnenten waren, mit der Frage: Setzen sich die Bürgerinnen und Bürger selbst genug für ihre Gemeinde und das Gemeinwohl ein?

Die Mehrheit ist mit dem Engagement der Bevölkerung für das Große, Ganze offensichtlich zufrieden und antwortete mit „Ja“: 51 Prozent. 21 Prozent sagten „Nein“ und 28 Prozent enthielten sich.

Die Schulden

Im vorigen Jahr war Edertal die Gemeinde mit der geringsten Pro-Kopf-Verschuldung im Landkreis. Wenn die Schulden deutlich anstiegen, würden die Edertaler dann eher Vor- oder Nachteile daraus befürchten? Der weitaus größte Teil der Befragten beantwortete diese Frage nicht oder gewichtet mögliche Vor- und Nachteile gleich groß: rund 68 Prozent.

Bei denen, die Angaben machten, überwiegen die Sorgen angesichts einer höheren Verschuldung leicht. 24 Mal wurde eine höhere Steuerbelastung als Folge aus einer höheren Verschuldung befürchtet. 32 Mal erwarten die Befragten mit einem Mehr an Schulden aber auch ein Mehr an Investitionen, das die Lebensqualität in der Gemeinde verbessern könnte.

In diesem Zusammenhang wurde einmal auch ein mögliches, verbessertes Angebot für junge Familien genannt.

14 Befragte fürchten jedoch bei einem höheren Schuldenstand das Gegenteil: ein Reduzieren der Investitionen. Sorge bestand in einem Fall auch, dass weniger Mittel in die einzelnen Ortsteile fließen könnten.

Die Gemeinde würde Flexibilität verlieren, vermutet ein Angerufener. Schließlich brachte ein anderer für sich die Antwort so auf den Punkt: Man sollte es so belassen, wie es ist.

Das Dringlichste

Schließlich wollte die Heimatzeitung wissen, welches dringendste Problem der knapp wiedergewählte Bürgermeister Klaus Gier anpacken solle. Mehrfachnennungen waren möglich. Am meisten angegeben wurden die Belebung der Infrastruktur und ein größeres Angebot für Familien und Kinder.

Die Schulden der Kommune bewegen die Angerufenen. Die Integration von zugezogenen Flüchtlingen, das Bekämpfen der Arbeitslosigkeit, Straßenbau, schnelles Internet oder Ordnung im Ort waren weitere Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.

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