Thema im Edertaler Planungsausschuss

Aktualisierte Pläne für neuen Wohnmobil-Parkplatz am Edersee-Rehbach vorgestellt

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Der alte Wohnmobilplatz am Rehbach mit dem Feld im Hintergrund, auf dem die neue Anlage entstehen und 2020 eröffnet werden soll. Der bestehende Platz wird ins Vorhaben integriert.

Edertal. Die aktualisierten Pläne für den neuen Wohnmobilstellplatz am Rehbach waren Thema im Bauausschuss. Die Mitglieder stellten einige Nachfragen, diskutierten aber nicht intensiv.

Das berichten übereinstimmend Bürgermeister Klaus Gier und Ausschussvorsitzender Markus Jungermann, bevor die Gemeindevertreter nächsten Donnerstag die Angelegenheit weiter besprechen.

Eine der Fragen:  die nach der nächtlichen Beleuchtung des Platzes auf. Dahinter steckt das Stichwort „Lichtverschmutzung“ durch künstliche Lichtquellen, die etwa nachtaktiven Insekten die Orientierung nehmen oder Vögel in ihrem Tages- und Nachtrhythmus beeinträchtigen.

Moderne LED-Laternen bieten zwei Möglichkeiten, diese Belastung in Grenzen zu halten. Zum einen strahlten sie gezielt nach unten auf die Verkehrsflächen und kaum seitlich oder nach oben ab, erklärt Jungermann. Zum anderen ließen sie sich mit „Modulationstechnik“ ausstatten. Sie verharren dabei in einem helligkeits-reduzierten Dämmerzustand und leuchten nur dann intensiver auf, wenn jemand durch den Sensorbereich des dazugehörigen Bewegungsmelders geht.

Dritter wesentlicher Punkt in der Sitzung: der Verkehr. „40 bis 50 zusätzliche Fahrten täglich lösen die Wohnmobile aus“, fasst Jungermann zusammen. Das stelle im Verhältnis zu den An- und Abfahrten auf dem Gemeinde-Parkplatz für Tagestouristen eine relativ geringe Zusatzbelastung dar, fügt er hinzu.

Im Gegenzug erwarten der Ausschussvorsitzende und der Bürgermeister für den unteren Teil der Rehbach-Straße eine spürbare Entlastung. Grund: Wenige Meter nach dem Verlassen der Kreisstraße biegen die Wohnmobile nach rechts in eine neu zu bauende Zufahrt zum neuen Platz ein. Diese dient künftig auch als Zufahrt für die Kunden des Campingplatzes am Eschelsberg.

Die heute dafür genutzte Asphaltstraße, am Fischteich vorüber, wird dagegen gesperrt. Sie bleibt in Zukunft Radlern und Fußgängern vorbehalten.

Die Dimensionen des neuen Wohnmobilparkplatzes

Die aktuelle Planung des Stellplatzes sieht Raum für 112 Fahrzeuge statt bisher geplanten 145 vor. Der Platz erstreckt sich über das große Feld, das unterhalb des Touristenparkplatzes liegt und integriert den bestehenden Wohnmobil-Parkplatz. Die grüne, feuchte Aue am Fischteich bleibt wie die dazugehörigen Gehölze unangetastet. Mit Einrichtungen wie einem Sanitärgebäude, Abwasserentsorgung oder WLAN gewährleistet Hennig Fünf-Sterne-Standard. Im Schnitt verblieben die Gäste mit ihren Fahrzeugen drei Tage, sagt er.

„Die gesamte touristische Infrastruktur mit Gastronomie, Wassersport, Einkaufen und weiteren Zielen wie dem Wildpark ist zu Fuß, mit Rädern und E-Bikes zu erreichen“, schildert Hennig die Vorteile des Standortes. Wohnmobilisten geben, ohne Platzgebühr, laut der Studie „Reisemobiltourismus in Deutschland“ (2016) pro Kopf und Tag 49 Euro am Aufenthaltsort aus.

Widerspruch von Anliegern

Viele Anwohner schätzen die tiefe, nächtliche Dunkelheit, die ihr Idyll am Rehbach auszeichnet. Es verschafft ihnen Eindrücke, die Raritäten darstellen in einer Umwelt, in der Kunstlicht breitflächig jede Nacht zum Tage macht. Der geplante Wohnmobil-Stellplatz nimmt dem Rehbach diesen besonderen Charakterzug und weitere Vorzüge, fürchten rund 20 Anrainer, die sich im Rahmen einer Initiative gegen das Vorhaben aussprechen. Überdies gehen die Kritiker davon aus, dass sich das Verkehrschaos an besucherstarken Tagen rund um Hemfurth noch vergrößert. Sie haben eine Online-Petition gestartet an Edertals Bürgermeister Klaus Gier.

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