Staatssekretär reagiert auf WLZ-Bericht zum drastisch sinkenden Wasserpegel

Am Edersee „nicht zurückgerudert“: Landesregierung kündigt weitere Gespräche an

Der Wasserpegel sinkt: Das Land Hessen will sich weiterhin für einen volleren Edersee einsetzen, eine Änderung der Bewirtschaftung-Richtlinen könne allerdings nur der Bund herbeiführen, betont der Regierungssprecher. Foto: Schuld

Edersee. Der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer, weist die Vorwürfe zurück, die Staatskanzlei rudere bei ihrem Engagement für einen volleren Edersee zurück.

Der Landesregierung seien der Edersee und die Region im Hinblick auf seine Bedeutung für den Tourismus sowie für die wirtschaftliche Entwicklung der Kommunen sehr wichtig, betonte Bußer gegenüber unserer Zeitung.

„Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier ist mit seiner Aussage, sich intensiv um die Problematik zu kümmern, nicht zurückgerudert“, schreibt der Regierungssprecher in einer Pressemitteilung. „Im Gegenteil.“

Im April seien als Reaktion auf sein Schreiben an Bundesverkehrsminister Scheuer Regelungen mit der Schifffahrtsverwaltung des Bundes und dem Bundesverkehrsministerium vereinbart worden, die unter anderem eine Reduzierung der Abgabemengen aus dem Edersee und die kontinuierliche Beibehaltung des Pegels von 1,20 Meter bei Hann. Münden der Weser festschreiben. Hier zeige sich, dass das Land alle Möglichkeiten auslote, um die verschiedenen Nutzungsinteressen miteinander in Einklang zu bringen.

Eine Änderung der Bewirtschaftungsrichtlinien der Edertalsperre, zum Beispiel durch eine Ergänzung der Förderung des Tourismus, könne nur vom Bund veranlasst werden. „Dem Land bleibt daher nur der Verhandlungsweg, um mit dem Bund eine einvernehmliche Lösung zu finden, die den Belangen der Region entgegenkomm“, stellte Bußer klar. „Dies hat die Landesregierung getan und dabei auch wesentliche Verbesserungen erreicht.“

Selbstverständlich sei das bislang Erreichte nicht das Ende der Bemühungen, signalisierte er. Die hessische Landesregierung werde sich weiter intensiv um die Interessen der Region kümmern und weitere Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium führen. 

Bußer: „Gegenstand des Schreibens des Ministerpräsidenten an Bundesverkehrsminister Scheuer war explizit nicht eine Änderung der Regeln zur Talsperrenbewirtschaftung. Vielmehr geht es um die Gewährleistung des notwendigen Wasserstands für die touristische Nutzung des Edersees, da das Land Hessen diesem den Vorrang gibt.“ 

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