Pläne für eine neue Marketing-Organisation

Bad Wildunger Stadtmarketing und Edersee Touristic peilen  Fusion an

+
Fusion im Blick: Bad Wildunger Stadtmarketing und Edersee Touristic streben eine neue Marketing-Organisation an.

Als erstes politisches Gremium der Region hat der Edertaler Tourismus-Ausschuss Flagge gehisst für eine Fusion von Wildunger Stadtmarketing und Edersee-Touristic (ET).

In öffentlicher Sitzung ließen sich die Delegierten von Ute Kühlewind (Stadtmarketing) und Claus Günther (ET) die grundlegenden Ideen der beiden Geschäftsführungen zu einem Zusammengehen erläutern.

„Der Ausschuss empfiehlt der Gemeindevertreterversammlung, die Fusion in Angriff zu nehmen und zu prüfen“, teilt Vorsitzender Markus Jungermann als Ergebnis der Beratungen mit. Günther und Kühlewind hatten zuvor in Bad Wildungen und Waldeck nicht-öffentlich die Grundzüge des Vorhabens skizziert. Unter gleichen Voraussetzungen waren sie in Vöhl am Dienstag zu Gast.

„Bevor wir Details ausarbeiten, möchten wir herausfinden, ob die Politik in den Kommunen grundsätzlich hinter einer gemeinsamen Organisation steht“, begründet Ute Kühlewind dieses Vorgehen.

Vorschlag: Beschränkung des Kreises der Gesellschafter 

Die Geschäftsführungen von ET und Stadtmarketing schlagen vor, den Kreis der Gesellschafter des neuen Verbundes auf die Städte Bad Wildungen und Waldeck sowie die Gemeinden Edertal und Vöhl zu beschränken. Zum erweiterten Kreis mit dem Ziel einer engen Zusammenarbeit würden Lichtenfels, Frankenau, Bad Zwesten und Fritzlar zählen.

Die beiden Waldeck-Frankenberger Gemeinden sind aktuell „Juniorpartner“ der ET. Mit den beiden Städten aus dem Nachbarkreis Schwalm-Eder läuft seit Jahren eine Marketing-Kooperation im Rahmen der TAG, der „Touristischen Arbeitsgemeinschaft“.

Die Zusammenarbeit mit diesen vier Partnern bestünde nach Vorstellungen von Kühlewind und Günther im Grundsatz darin, dass sie Leistungen von der neuen Tourismusgesellschaft einkaufen und sich an das Vermarktungskonzept für die Region anlehnen.

Detailfragen bedürfen noch Klärung 

„Das sind nur Grundzüge. Viele Detailfragen sind zu klären“, unterstreicht Claus Günther. Neben der unvermeidlichen Frage, wer in der neuen Gesellschaft welchen Finanzierungsanteil trägt, zählt die künftige Rolle der Edersee-Fördergesellschaft dazu. In ihr sind Tourismusbetriebe zusammengeschlossen. Sie hat Sitz und Stimme in der ET-Gesellschafterversammlung bei geringerer Kostenbeteiligung im Vergleich zu den Kommunen.

Kühlewind und Günther schwebt eine lupenreine Marketinggesellschaft vor. Mit entsprechend fachlich ausgebildeten Kräften bestünde ihre Aufgabe darin, die Region gegenüber der nationalen und internationalen Konkurrenz auf dem Tourismusmarkt in Szene zu setzen.

Koordinierte Messe-Auftritte gehören dazu beispielsweise ebenso wie Präsenz auf den so genannten sozialen Netzwerken, klassische Flyer-Aktionen oder das Konzipieren von überregional bedeutsamen Veranstaltungen wie dem Deutschen Wandertag 2020. „Die Aufgabe einer so relativ kleinen, schlagkräftigen Truppe kann aber nicht das Durchführen solcher Groß-Veranstaltungen sein oder das Organisieren lokaler und regionaler Kultur-Ereignisse“, fügt Ute Kühlewind hinzu.

Das vornehmste Ziel einer derartigen Marketing-Organisation wäre das Pflegen und Weiterentwickeln der „Marke“. Diese fasst Schlagworte, Bilder und Symbole der Region unter einem Dach zu einem griffigen Ganzen zusammen, das sich im Idealfall bundesweit bis international in den Köpfen möglicher Gäste festsetzt. Als eingeführte, bekannte Größe.

Dachmarke für die neue Marketing-Organisation: „Erlebnisregion Edersee – Wild, bunt, gesund“

Diese Dachmarke steht bereits und sie kommt zum ersten Mal beim Deutschen Wandertag im nächsten Jahr zum Einsatz. „Erlebnisregion Edersee – Wild, bunt, gesund“ lautet das Motto. Die drei Adjektive spiegeln die zentralen Attraktionen der Ederseeregion und des mittleren Edertals wider: Natur- und Nationalpark, vielfältige Kulturveranstaltungen und das mannigfaltige Freizeitangebot rund um den Edersee sowie die bundesweit renommierte Reha-Klinik-Hochburg Bad Wildungen einschließlich ihres gesundheitstouristischen Angebotes.

„Unter diesem Dach teilt sich das Marketing in zwei Bereiche auf“, erklärt Günther: in das bekannte „Bad Wildungen – natürlich gut“ und die ebenso eingeführte „Ferienregion Edersee“. Je nachdem, welche Zielgruppe für eine Aktion angesteuert wird, „rücken wir das Thema Gesundheit mit Bad Wildungen nach vorne oder das Thema Natur, Freizeit, Familie mit dem Edersee“, erläutert Kühlewind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare