Gemeinde zieht aus Verkehrssicherungspflicht Konsequenzen

Edersee: Wegen Buchensterben ist beliebter Rad- und Spazierweg dauerhaft gesperrt

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Buchen sterben an einem der beliebtesten Edersee-Wanderwege. Wegen Verletzungsgefahr durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste muss die Gemeinde die Strecke zwischen Sperrmauer und Hammerbergspitze auf unbestimmte Zeit sperren, im ungünstigsten Fall für Jahre.

Der Klimawandel schlägt sichtlich zu am Edersee. Weil Buchen tödlich erkrankt sind, wird einer der beliebtesten Touristenwege gesperrt.

Edersee - Seit Wochen sterben Buchen rasant ab. In Folge des Klimawandels, sind sich Förster und andere Fachleute einig. Die Dynamik und die Wucht der Entwicklung haben viele Kundige kalt erwischt, denn man wähnte die Buche wesentlich robuster gegenüber dem Klimawandel als etwa die Fichte. 

Die Gemeinde Edertal zieht nun auf Anraten von Hessen Forst eine weithin sichtbare Konsequenz an prominenter Stelle: Der Rad- und Wanderweg zwischen der Sperrmauer und der Hammerbergspitze wird auf unbestimmte Zeit voll gesperrt, weil es zu gefährlich geworden ist, ihn zu benutzen. Verkehrssicherungspflicht geht vor.

Buchen sind so krank und kaputt: jederzeit könnten schwere Äste herabfallen

Viele alte Buchen, die an den Steilhängen oberhalb des Weges stehen, sind so krank und kaputt, dass jederzeit schwere Äste zu Boden fallen oder ganze Bäume umstürzen können. Das bestätigt der zuständige Revierförster Martin-Christian Franke auf Nachfrage. „Sie sind unter anderem von mehrere Pilzarten befallen“, erklärt er.

Die Trockenheit und die Hitze haben das Immunsystem dieser Buchen so sehr geschädigt, dass sie den Eindringlingen nichts mehr entgegenzusetzen haben. Die weithin bekannte und beliebte Strecke am Ufer des Edersees entlang stellt die Verantwortlichen in dieser Situation vor eine extreme Herausforderung. „Denn wir wissen nicht, wie wir die kranken und abgestorbenen Bäume entnehmen sollen“, schildert Franke.

Schlechter Zustand der Bäume ein unkalkulierbares Risiko

Der schmale Weg und die sehr steilen Hänge schließen den Einsatz gewöhnlicher Erntemaschinen aus. Das Fällen von Hand per Kettensäge kommt ebenso wenig infrage, weil der Zustand der Bäume die Forstarbeiter unkalkulierbaren Gefahren für Leib und Leben aussetzen würde.

„Es lässt sich wegen des Zustands der Buchen nicht steuern, wohin sie fallen. Beim Hineintreiben der Keile können schon ganze Kronen herunterkommen“, erläutert Martin Klein dazu. Der Chef des Diemelstädter Forstamts leitet seit vorigem November bis auf Weiteres auch das Forstamt Vöhl.

So liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass der Weg auf Jahre hinaus unpassierbar bleibt. So lange würde es dauern, bis die toten Bäume von selbst umgefallen sind und man sie beiseite schafft. Aktuell prüft Hessen-Forst allerdings mit einem privaten Unternehmen die Chancen, Spezialgerät in dem unwegsamen Gelände einzusetzen, fügt Klein hinzu.

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