Wahlsieg mit 50,4 Prozent

Bürgermeisterwahl in Edertal: Klaus Gier entscheidet spannendes Kopf-an Kopf-Rennen für sich

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Geschafft! Klaus Gier und seine Ehefrau Irene freuen sich darüber, dass der amtierende Bürgermeister von Edertal auch der nächste ist. Die zwei verfolgten mit zahlreichen Unterstützern und Freunden die spannende Entscheidung im Giflitzer DGH.

Edertal. Es war ein Wahl-Krimi in Edertal: Amtsinhaber Klaus Gier hat mit den Stimmen der Briefwähler knapp mit 50,4 Prozent gewonnen.

Aktualisiert um 00.12 Uhr. Um 19.09 Uhr erschien das erste Ergebnis an der Stirnwand des Saals im DGH Giflitz. Anraff votierte mit 66,9 Prozent für Marco Mörschler. Rund 100 Besucher – darunter die Bürgermeister der Nachbarkommunen Bad Wildungen (Ralf Gutheil) und Fritzlar (Hartmut Spogat) – starteten damit in einen an Spannung kaum zu überbietenden Wahlabend. 

Es sollten noch mehr als zweieinhalb Stunden vergehen, bis feststand: Amtsinhaber Klaus Gier hat sich am Ende mit sage und schreibe 30 Kreuzchen Vorsprung bei 3822 abgegebenen Stimmen durchgesetzt. Zwischendurch wechselte die Führung mehrfach.

Nach Auszählung aller Wahllokale war der Herausforderer noch in Führung

Nach Auszählung in den Wahllokalen aller 13 Ortsteilen hatte der Herausforderer noch mit 39 Stimmen geführt. Mehr als eine halbe Stunde lang wuchs dann die Anspannung bei Beobachtern und Beteiligten ins beinah Unerträgliche, während ein Stockwerk höher in der Gemeindeverwaltung die Häufchen der fast 1000 Briefwähler sortiert wurden. Klaus Gier ließ kurzerhand die Trennwand zum Thekenraum öffnen, damit die Gäste ihre Nerven bei einem Getränk beruhigen konnten. Gemeindewahlleiter David Zerbes ließ um 20.45 Uhr die Katze aus dem Sack: Klaus Gier geht in seine zweite Amtsperiode. „Eine Entscheidung in der Nachspielzeit, das war schon spannend“, entfuhr es dem alten und neuen Bürgermeister erleichtert. 

Gier würdigt das mutige Auftreten des Herausforderers

Dass es ein so knappes Ergebnis mit so wenig Stimmen Unterschied gegeben habe, sei schon erstaunlich. Klaus Gier würdigte das mutige und sympathische Auftreten des Herausforderers. „Ich bin noch nicht fertig“ - mit diesem Slogan hatte der parteilose Amtsinhaber auf einem Flyer vor der Wahl geworben. Das nun will er in die Tat umsetzen. „Es gibt noch viel Arbeit, die auf den Bürgermeister und die Gremien zukommen“, sagte er. 

Dazu zählen nach seinen Worten Baugebiete, das Gästeinformationszentrum am Sperrmauervorplatz, ein Masterplan zur weiteren Verbesserung der Infrastruktur sowie Beiträge und Alternativen dazu. Gier: „Die Gemeinde ist ganz gut auf Kurs und vorbereitet, die großen Dinge anzugehen.“ Auf eine besondere Wahlparty verzichtete der wiedergewählte Bürgermeister gestern Abend. 

„Morgen holt mich der Alltag wieder ein“, meinte er mit Blick auf die heutige Kreistagssitzung. Klaus Gier ist seit sechs Jahren Bürgermeister, die neue sechsjährige Wahlperiode beginnt am 1. April 2019. Herausforderer Marco Mörschler gratulierte Klaus Gier zum Wahlerfolg. „Danke Edertal, es war eine tolle Zeit“, sagte er mit Blick auf seinen Wahlkampf der vergangenen Wochen. Den Bürgern der Gemeinde rief er zu: „Machen Sie mit und bleiben Sie unbequem.“

Marco Mörschler geht erhobenen Hauptes aus dem spannenden Rennen

„Ich gehe erhobenen Hauptes hier heraus“, sagte Marco Mörschler im Angesicht der hauchdünnen Niederlage gegen den amtierenden und wiedergewählten Bürgermeister Klaus Gier.

Es ergebe keinen Sinn zu überlegen, wo die 30 Stimmen liegen geblieben seien, fügt Mörschler hinzu. Er gehe aus dem Wahlkampf heraus, wie er hineingegangen sei: „Und ich habe eine wertvolle Erfahrung gewonnen: Dass man über sich hinauswachsen kann.“ Ob er nach dieser Erfahrung Gefallen an der Politik gefunden hat und in irgendeiner Form weitermacht, konnte er so kurz nach der Entscheidung noch nicht sagen: „Dazu ist es zu früh.“ Im Anschluss an das WLZ-Wahlforum hatten sich die beiden Kontrahenten in die Hand versprochen, nach gefallener Entscheidung gemeinsam ein Bier zu trinken. Allerdings stießen die beiden deutlich früher an – als klar war, dass die Auszählung der Briefwahlstimmen über Sieg und Niederlage entscheiden und mindestens noch 20 Minuten lang auf sich warten lassen würde. Viele Gäste im DGH gingen auf den Verlierer zu und zollten ihm Anerkennung für sein Resultat. „Respekt, gegen einen Amtsinhaber“. So oder ähnlich lauteten die Kommentare vieler Beobachter des knappen Rennens

Die Wahlbeteiligung in Edertal lag bei 73,9 Prozent.

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