Wahl am 28. Oktober

Bürgermeisterwahl in Edertal: Klaus Gier will in zweite Amtsperiode durchstarten

Zweite Amtsperiode im Blick: Klaus Gier tritt zur Bürgermeisterwahl im Edertal an. Foto: Jörg Schade

Edertal. Klaus Gier tritt bei der Bürgermeisterwahl am 28. Oktober an, der Freie Wähler kandidiert für eine zweite Amtsperiode.

Klaus Gier nippt, behutsam wie gewohnt, an seiner Kaffeetasse und überlegt, da es um seine Heimatgemeinde geht, etwas länger. „Bürgermeister in Edertal zu sein, ist eine reizvolle Aufgabe“, sagt der Verwaltungsfachmann, der in Affoldern aufgewachsen ist und seit sechs Jahren an der Spitze der Edertaler Gemeindeverwaltung steht und – sofern der Wähler es will – in eine zweite Amtsperiode durchstarten möchte.

Vor seinem Wechsel war er büroleitender Beamter in Gudensberg. „Es war nie mein Anspruch, Bürgermeister zu werden“, so der 57-Jährige.

Es kam anders. 2011 las er in der Zeitung, dass Wolfgang Gottschalk nicht mehr kandidierte. „Ich kenne die Strukturen. Edertal ist eine interessante Gemeinde“, sagte er sich damals. Im ersten Wahlgang setzte sich Gier 2012 gegen zwei Mitbewerber durch.

Seit 2013 ist Klaus Gier Bürgermeister in Edertal

Am 1. April 2013 trat er sein Amt an, zu einer Zeit als der Sparstrumpf der Gemeinde geplündert und die bislang üppigen Gewerbesteuereinnahmen von 3 Millionen auf 500 000 Euro geschrumpft waren. Erstmals mussten Kassenkredite zur Finanzierung des Etats aufgenommen und ein Haushaltskonsolidierungskonzept umgesetzt werden. Positionen wie die des Büroleiters und Leitungen von Kämmerei, Bauamt, Bauhof mussten besetzt, Langzeiterkrankungen kompensiert werden. Gier: „Heute sind wir gut aufgestellt.“

Die Zusammenarbeit mit den parlamentarischen Gremien war anfangs nicht ganz einfach. „Man tat sich in vielen Dingen schwer“, meint Gier etwa mit Blick aufs Gästezentrum. Ihm sei es stets darum gegangen, die Gremien frühzeitig einzubinden und Vertrauen zu schaffen. Denn: „Wo das funktioniert, gibt es auch gute Ergebnisse.“ Inzwischen, so sagt er, hat sich vieles „zum Besseren gewendet“. 

Diese Ziele möchte Klaus Gier nach der Bürgermeisterwahl in Edertal umsetzen:

Klaus Gier möchte auch in Zukunft etwas bewegen. Mitgestalten, wie er sagt. Der demografischen Entwicklung entgegenwirken und Edertal als Wohnortgemeinde interessant erhalten nennt er als wichtigstes Ziel. Dazu müssten eine hochwertige Kinderbetreuung sichergestellt, Bauplätze geschaffen, Infrastruktur weiter verbessert und Ausbau schneller Internetzugänge vorangetrieben werden.

Gier schätzt die interkommunale Zusammenarbeit („Wir müssen als Region denken“), die Edertal unter anderem Vorteile des Programms Aktive Kernbereiche mit Projekten wie Markthalle Bergheim und Neugestaltung Bahnhofstraße bescherte. 

Auch die touristische Weiterentwicklung dürfe nicht auf der Stelle treten. „Es ist schon viel geschehen. Aber wir müssen dranbleiben.“ Im November werde eine Studie für ein Gästeinfozentrum präsentiert, ob es im Haus Alexander machbar sei oder es Alternativen gebe. „Bis zum Jahresende steht eine Grundsatzentscheidung an.“

Weiterer Schwerpunkt: die Dorferneuerung. Das Programm in Giflitz ist abgelaufen. Gier will sich dafür einsetzen, dass die gesamte Gemeinde in ein Nachfolgeprogramm aufgenommen wird.

(Von Jörg Schade)

Lesen sie mehr: Nicht nur die Edertaler wählen am Sonntag, 28. Oktober, einen neuen Bürgermeister, auch in Korbach, Twistetal, Hatzfeld und Waldeck entscheiden die Bürger über den Chefsessel im Rathaus.

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