Massenvermehrung nach trockenem Sommer

Bäume ohne Blätter im Edertal: Gefleckter Käfer frisst Weiden kahl

Das Werk von Blattkäfern: Zahlreiche Weiden im unteren Edertal sind kahl. Jetzt ist die Larvenzeit vorüber und die Käfer gehen schon Ende Juni in Winterruhe. Foto: Wolfgang L übcke

Mitten in der Vegetationsperiode sind zahlreiche Weiden im unteren Edertal kahl.

Edertal – Den NABU erreichten einige Anrufe bezüglich der Ursache. Insekten-Experte Bernd Hannover (Bad Wildungen) antwortet: „Die Weiden dort wurden vom Gefleckten Weidenblattkäfer (Chrysomela vigintipunctata) bzw. dessen Larven heimgesucht.“

Massenvermehrung nach trockenen Sommern

Der Käfer lebe ausschließlich an Weiden-Arten, die Larven fast ausschließlich an der Bruch-Weide. Die Art lebt in unmittelbarer Nähe von Gewässern und war früher sehr selten. Sie wurde sogar auf der Roten Liste Deutschlands als „gefährdet“ geführt.

 Es komme aber immer wieder zu Massenvermehrungen, erläutert Hannover. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg war dies 1978, 1995 und 2020, also immer nach einem sehr warmen Frühjahr, der Fall.

Käfer gehen schon Ende Juni in Winterruhe

„Die Bruch-Weide ist durchaus in der Lage, einen Abwehrstoff gegen diese Larven zu entwickeln, so dass diese hohen Bestandszahlen meist in kurzer Zeit wieder zusammen brechen“, betont der NABU-Experte. Durch die große Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre könne es allerdings auch zum Absterben einzelner Bäume kommen.

„Da die Larvenzeit bereits durch ist und die Käfer schon Ende Juni in Winterruhe gehen, wird sich dieses Jahr nichts mehr tun.“ Hannover geht davon aus, dass sich das Problem nächstes Jahr nicht wiederholt. red

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare