Ortsbeirat favorisiert einen Neubau

Edertal: Noch kein Kaufinteressent für das Dorfgemeinschaftshaus in Anraff

Zum Kauf angeboten: Das Interesse von Investoren am Dorfgemeinschaftshaus Anraff samt Nebengebäude ist überschaubar, die Frist läuft am 3. Februar ab. Foto: Conny Höhne

Die Gemeinde Edertal bietet das Anraffer Dorfgemeinschaftshaus mit dem von der Feuerwehr genutzten Nebengebäude in Anzeigen zum Kauf an.

Anraff – Ein Interessent hat sich aber noch nicht gemeldet, teilte Bürgermeister Klaus Gier auf WLZ-Anfrage mit. Die Frist endet am 3. Februar. Der Gemeinde gehe es nicht um Verkauf um jeden Preis. Vielmehr soll das Interesse möglicher Investoren ausgelotet werden.

Standort in zentraler Lage

Nur wenn Preis und Konzept stimmen, sei ein Verkauf in dieser zentralen, das Ortsbild prägenden Lage denkbar. „Wenn jemand kommt, der viel Geld mitbringt, die Sicherheiten hat und auch die Nutzung des Gebäudes nachhaltig im Grundbuch gesichert hat, damit sie nicht der Willkür unterliegt, nur dann ist der Gemeindevorstand überhaupt in der Lage, diese Diskussion nochmals anzustoßen.“

Eigentlich ist eine Sanierung schon fest im Blick, im Edertaler Haushalt sind rund 500 000 Euro in 2020 dafür vorgesehen. Der Ortsbeirat indes favorisiert einen Neubau. Argumente für und wider wurden in einer Bürgerversammlung ausgetauscht.

Gemeinde Edertal: "Großer Sanierungsbedarf"

Bürgermeister Gier sagt: „Eine Mehrheit für einen Neubau war nicht erkennbar.“ Ein Rückbau des DGH – frühere Schule – sei indes von vielen kritisiert worden. Als Anregung nehme man trotzdem die Idee auf, das Objekt anzubieten. Sollte ein Verkauf zustande kommen, könnte der Erlös in einen Neubau fließen – so die Idee.

„Beim Hauptgebäude besteht ein erheblicher Unterhaltungsrückstand. Beim Nebengebäude besteht sogar ein großer Sanierungsbedarf. Gegebenenfalls erscheint hier auch ein Abriss sinnvoll“, schreibt die Gemeinde Edertal bei der Anzeige zum Verkauf oder zur langfristigen Pacht/Erbpacht.

Mängel im Raumkonzept

Aus Sicht des Ortsbeirats hat heben dem Baukörper auch das vorhandene Raumkonzept des DGH Mängel, die durch eine Sanierung kaum behoben werden könnten, befürchtet Ortsvorsteher Ralf Bender. Von den vier Ebenen des großen Gebäudes werden aktuell nur zwei genutzt, darunter das Erdgeschoss mit dem 150 Quadratmeter großen Saal. Der Keller mit dem Schulungsraum der Feuerwehr sei feucht und schwierig zu isolieren, das Dachgeschoss gar nicht nutzbar. Behindertengerechte Zugänge seien schlecht möglich – oder nur mit hohen Kosten.

Die Wohnung im ersten Geschoss sei nicht mehr bewohnbar. Die Idee der Verwaltung, künftig einen Jugendraum dort einzurichten, finde keine Akzeptanz, da sie nicht barrierefrei zugänglich wäre. Wegen des Lärms bei Festivitäten sei die Nutzung als Mietwohnung ungünstig. In der Kostenschätzung zur Sanierung des Altbaus sei die Dachsanierung an dem 90 Jahre alten Hauptgebäude gar nicht enthalten.

"Ortsbeirat bevorzugt Neubau"

„Der Ortsbeirat bevorzugt daher einen Neubau“, sagt Ortsvorsteher Bender. Das neue DGH könnte ebenerdig und behindertengerecht angelegt, die Toilettenanlage gemeinsam von Feuerwehr, Jugendraum und DGH-Besuchern genutzt werden.

Vorschlag des Ortsbeirats: Jetzt mehr Geld ausgeben und in einen Neubau mit einem sinnvollen Nutzungskonzept investieren. Damit ließen sich auch langfristig Energiekosten sparen. Priorität habe der jetzige Standort in der Dorfmitte. Aber es komme auch ein anderer geeigneter Standort infrage, wenn das DGH verkauft werden und der Erlös in einen Neubau fließen könnte. Vor allem aber wünscht sich der Ortsbeirat, dass ein Nutzungskonzept vorgelegt wird, bevor mit Sanierung oder Neubau begonnen wird.

Der Ortsvorsteher hatte die Gemeindeparlamentarier kürzlich zu einem Rundgang durch die Räume eingeladen, um auf den schlechten baulichen Zustand aufmerksam zu machen. Daran nahmen zahlreiche Kommunalpolitiker teil, freute sich Bender.

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