Dürresommer und ihre Folgen

Folgen der Dürresommer: In der Gemeinde Edertal werden rund 100 trockene Bäume entlang von Straßen gefällt

Schadensbeseitigung nach zwei Dürresommern in Folge: Dirk Wagener (links) und Friedhelm Neumann bei Baumfällarbeiten an der Straße zwischen Buhlen und Böhne. Foto: Klein/pr

Edertal – Massenhaft abgestorbene oder kranke Bäume: Auch im neuen Jahr zeichnen sich die Auswirkungen der beiden Dürresommer an vielen Stellen in Edertal deutlich ab.

Die Gemeindeverwaltung hat inzwischen aus Gründen der Gefahrenabwehr einen ortsansässigen Forstbetrieb mit dem Fällen vieler Bäume beauftragt.

Schwerpunkt am Rande der B 485

Annähernd 100 tote Bäume müssen an unterschiedlichen Standorten in den Edertaler Ortsteilen abgeholzt werden. Einen Schwerpunkt der Arbeiten bildete das am Rande der Bundesstraße 485 gelegene Bachufer entlang der Netze zwischen Lieschensruh und dem Bahnviadukt. Etwa 20 betagte Weiden wurden dort nach Auskunft von Bauhofleiter Jörg Büddefeld bereits umgelegt.

Fachleute von Hessen-Mobil vor Ort

Auch an der Landesstraße zwischen Giflitz und Kleinern sei die Standsicherheit einiger Eichen und Erlen nicht mehr gewährleistet, ebenso an der Fahrbahn zwischen Buhlen und Böhne. Am Ortsausgang von Hemfurth in Richtung Rehbach und in Rehbach selbst mussten bereits mehrere Eschen gefällt werden.

Zunächst seien im Gemeindegebiet sämtliche Baumbestände von Hessen-Mobil-Fachleuten begutachtet worden. „Das geschieht routinemäßig“, informiert der Bauhofleiter. „Nachdem das Ausmaß der irreparablen Schäden feststand und wir von der Behörde darauf hingewiesen wurden, haben wir die Fällarbeiten an ein Fachunternehmen vergeben.“

Edertaler Bauhof am Bahnradweg im Einsatz

Um das Herausschneiden von trockenem Gehölz am Edersee-Bahnradweg im Gemarkungsgebiet der Gemeinde zwischen Buhlen und den ehemaligen Mauser-Werken kümmere sich der Bauhof in Eigenregie, sagt Jörg Büddefeld.

Nach wie vor ist das Südufer des Edersees vom Waldsterben mit am stärksten betroffen. Nach Auskunft des Edertaler Bürgermeisters Klaus Gier sind entlang des seit mehreren Monaten gesperrten Hammerberg-Fuß- und Radweges in Hemfurth-Edersee etwa 120 Buchen und weitere Baumarten erkrankt. „Viele sind komplett trocken oder durch Holz zersetzende Pilze extrem geschwächt.“ 

Mit Kettensäge und schwerem Gerät an den Hammerbergweg am Edersee

Voraussichtlich im kommenden Monat würden auch dort Motorkettensägen und schweres Gerät an den Steilhängen eingesetzt, um Bäume komplett zu fällen oder zum Teil trockenes Geäst herauszuschneiden. 

Mit dem Ende der Sperrung des beliebten Weges rechnet der Verwaltungschef Ende Februar.

Mit Weiteren Folgeschäden der Dürre ist zu rechnen

 Doch damit seien die Auswirkungen der beiden aufeinanderfolgenden niederschlagsarmen Sommer vermutlich noch nicht beseitigt. „Fachleute gehen davon aus, dass weitere Folgeschäden des Dürresommers 2019 in diesem Jahr sichtbar werden“, gibt Klaus Gier zu bedenken. 

Sicherheit von Wanderern und Radfahrern hat Vorrang

Bei allem Handeln sei jedoch Fingerspitzengefühl angesagt. „Es geht hier um einen behutsamen und sensiblen Umgang mit dem einzigartigen Landschaftsbild. Als Tourismusgemeinde haben wir größtes Interesse daran, dass nicht nur an besonders exponierten Stellen, sondern auch anderenorts kein Kahlschlag vollzogen wird“, sagt Gier. Die Sicherheit von Einheimischen, Urlaubern sowie von vielen Wanderern und Radfahrern habe aber bei allen Entscheidungen und Vorsichtsmaßnahmen oberste Priorität.

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