175 Jahre Feuerwehr Giflitz

Aktionstag mit Jubiläum am Feuerwehrhaus Bergheim/Giflitz

Plakette zum 175-jährigen Bestehen: Brandschutzdezernent Mario Mißler, Jugendwartin Katrin Weidel, Wehrführer Mathias Ladwig, Vereinsvorsitzender Matthias Schmolke, Bürgermeister Klaus Gier. Foto: Sabine Degenhardt

Edertal-Bergheim/Giflitz – Im Zeichen von „Feuer und Flamme“ stand der Gottesdienst mit Pfarrerin Kerstin Palisaar zum Auftakt des Aktionstags der Feuerwehr Bergheim-Giflitz im Feuerwehrhaus.

Der zehnte Jahrestag der Fusion der beiden Wehren und eine ganz besondere Ehrung wurden gefeiert.

Wehrführer Mathias Ladwig sagte vor zahlreichen Gästen, dass der ehemalige Bürgermeister Wolfgang Gottschalk bereits 2001 „den Stein ins Rollen brachte“, für ein neues Feuerwehrhaus und auch die Zusammenlegung der beiden Einsatzabteilungen. „Es war der richtige Schritt.“ Im Januar 2009 wurden der Einzug in das neue Feuerwehrhaus und der Zusammenschluss vollzogen.

Bürgermeister Klaus Gier erläuterte, dass die Gemeinde die Vereinszuschüsse um 15 Prozent kürzen musste. „Diese können wir jetzt wieder freigeben“, sagte er. Er lobte besonders die Jugendarbeit, „die nicht zu unterschätzen ist“.

Dem Brandschutzdezernenten des Regierungspräsidiums Kassel, Mario Mißler, fiel es schwer, „die richtigen Worte zu finden“, denn eigentlich war geplant, dass Regierungspräsident Walter Lübcke selbst in seine Heimatgemeinde kommen wollte. Zum Gedenken an den ermordeten Politiker wurde eine Schweigeminute eingelegt. Mißler überreichte eine Plakette zum 175-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Giflitz, die heute in der fusionierten Wehr Bergheim-Giflitz eine neue Heimat hat. „Sie haben schon immer frühzeitig die richtigen Wege eingeschlagen. Mißler zollte der Einsatzabteilung seinen Respekt, vor allem auch für die Jugendarbeit. „Sie tragen Verantwortung für den Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung“, hob Mißler hervor. „Denken Sie aber immer daran, dass das Wichtigste in einer Feuerwehr eine funktionierende Kameradschaft mit einem offenen und freundschaftlichen Miteinander ist – so wie es unser Regierungspräsident und Kamerad Walter Lübcke immer vorgelebt hat.“ Weitere Grußworte sprachen Gemeindebrandinspektor Dirk Rübsam und Ortsvorsteherin Andrea Claudy.  

Erleben und ausprobieren bei der Feuerwehr Bergheim/Giflitz

Einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr bekamen die Gäste auf dem Hof des Feuerwehrhauses. „Erleben und ausprobieren“, war das Motto. So konnten Interessierte beim Zerschneiden eines Unfallautos zuschauen, später die Rettungsschere dann auch selbst in die Hand nehmen.

 Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr zeigten ihr Können, indem sie ein selbst gebautes, brennendes Haus löschten. Eine Fettexplosion wurde demonstriert, und das THW bot Kisten stapeln in luftiger Höhe an. Für die jüngsten Besucher war die Fahrt mit dem Feuerwehrauto besonders spannend. Zusätzlich gab es eine Hüpfburg und Kinderspiele.

Giflitzer Wehr unter den ersten Feuerwehren in ganz Hessen

Vereinsvorsitzender Matthias Schmolke gab einen Einblick in die Geschichte des Brandschutzes in Giflitz, von der ersten Feuerspritze in 1840 über das Magazin (1841) bis hin zum ersten Löschgruppenfahrzeug in 1972. Giflitz hatte eine der ersten Wehren in Hessen. Recherchen im Marburger Staatsarchiv ergaben, dass die Feuerwehr 28 Jahre älter ist als angenommen und somit 175 Jahre besteht. Schmolke: „Der letzte Giflitzer Nachtwächter war der Ur-Großvater von unserem Wehrführer.“ Heinrich Kraft drehte die Sirene seinerzeit von Hand.

Von Sabine Degenhardt

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