Sieben Millionen Euro in die Ortsteile investieren

Edertaler Haushalt 2020 vorgelegt: Steuern steigen – Schulden auch

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Wohin steuert das Edertaler Finanzschiff?

Bürgermeister Klaus Gier legt den Edertaler Haushalt 2020 im Gemeindeparlament vor: Die Steuern steigen – Schulden auch. 

Im Ergebnishaushalt werden Erlöse und Aufwendungen von rund 14 Millionen Euro erwartet. Unterm Strich ergibt sich ein Überschuss von rund 9800 Euro. Bürgermeister Klaus Gier am Freitag bei der Vorstellung des Zahlenwerks: „Eine Punktlandung unserer Kämmerin.“

Es habe schon einiger Anstrengungen bedurft, den Ergebnishaushalt auszugleichen, sagte Gier. Das sei auch nur mit Einsparungen bei der laufenden Verwaltung sowie einer Erhöhung bei den Abgaben möglich geworden. 

So ist laut Gier eine moderate Anpassung der Steuerhebesätze vorgesehen. Die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer sollen um jeweils um zehn auf 380 Prozent steigen. Gier: „Damit liegen wir im Vergleich noch im unteren Bereich.“

Gebührenhaushalt Friedhof nur zu 20 Prozent gedeckt

Gebührenerhöhungen sind nicht vorgesehen. Die Gebührenhaushalte für Wasser, Abwasser und Abfall liegen laut Gier „im grünen Bereich“. Bei den Friedhöfen sind die Aufwendungen allerdings nur zu 20 Prozent durch Gebühren gedeckt. 

Bei den Kindergärten muss die Gemeinde wie im Vorjahr rund 1,2 Millionen Euro zuschießen. Gier: „Wir werden die weitere Entwicklung im Auge behalten.“

Im Finanzhaushalt steht Einzahlungen von 17,3 Millionen Euro ein Auszahlungsbedarf von 20,3 Millionen Euro gegenüber. Rund drei Millionen Euro fehlen, sie sollen in erster Linie aus dem Kassenbestand finanziert werden. „Ohne Kreditmittel wird es allerdings nicht gehen.“

Schulden steigen

Die Gemeinde will zur Finanzierung deshalb die genehmigten Kreditermächtigungen aus den Vorjahren heranziehen und einen neuen Kredit von einer Million Euro aufnehmen. Der Schuldenstand erhöht somit auf rund 5,8 Millionen Euro.

Aus den Schlüsselzuweisungen des Landes werden fast drei Millionen Euro erwartet, aus dem Gemeindeanteil an Steuern rund 3,1 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöht sich aber auch die Kreis- und Schulumlage auf 3,7 Millionen Euro, Die Gewerbsteuereinnahme ist mit 1,45 Millionen Euro veranschlagt. 

„Damit bewegen wir uns auf einem deutlich geringeren Niveau, als es Jahrzehnte der Fall war“, sagte Gier. Im Vergleich mit anderen Kommunen sei Edertal eher im unteren Drittel angesiedelt. Der Bürgermeister: „Eine verlässliche Einnahmequelle ist dieses Aufkommen nicht.“ 

Prekäre Lage im Gemeindewald

Als prekär bezeichnete Bürgermeister Klaus Gier die Lage im Wald. Der Rathauschef verwies auf das Baumsterben, das auf die Trockenheit der vergangenen Jahre zurückzuführen sei. 

Dennoch konnten im Gemeindewald 2018 und 2019 viel Holz verkauft und sogar höhere Erträge als geplant erzielt werden. Ein vergleichbares Ergebnis sei allerdings für 2020 nicht zu erwarten, so der Bürgermeister.

Knapp sieben Millionen Euro werden in erster Linie für Infrastruktur, Tourismus, Brandschutz und Baugebiete in die Edertaler Ortsteile investiert – das ist rund eine Million mehr als im Jahr 2019. Dazu werden Einnahmen aus Zuschüssen und Erträgen von 2,65 Millionen Euro erwartet. 

Von Jörg Schade 

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