Ereignisreiches Jahr für Edertaler NABU - Schwerpunkt Arten- und Biotopschutz

Neuer Tümpel für seltene Laubfrösche in Edertaler Naturschutzgebiet

Neuer Lebensraum: Ein Flachwasserteich für Laubfrösche entstand im Naturschutzgebiet Krautwiese. Foto: Wolfgang Lübcke

Edertal – 2019 war für den Nabu Edertal ein arbeits- und ereignisreiches Jahr. Der Schwerpunkt lag auf dem Arten- und Biotopschutz.

Im Frühjahr wurde von einem Forstbetrieb im Naturschutzgebiet „Krautwiese am Wesebach“ eine Fläche von Gehölzen freigeräumt. Dort entstand ein Flachwasserteich für Laubfrösche, um die stark geschrumpfte Population zu stützen. Die Laubfroschpopulation im Kiesgrubengebiet Mehlen-Giflitz ist die einzige im Kreisgebiet.

Die Obere Naturschutzbehörde hat eine Wiese unter dem Roten Berg bei Anraff angekauft. Dort will sie einen Teich anlegen, um einen Teil der Erdkröten umzusiedeln, damit die Tiere vor dem Straßentod geschützt werden.

Der Nabu-Vorstand hofft, dass demnächst der Amphibienzaun bei Gellershausen erneuert wird. Es sollten neue, funktionsgerechtere Durchlassrohre eingebaut werden. Statt des bisherigen Holzzaunes empiehlt der Vorstand eine Leitanlage aus Stahl oder Beton, die nicht ständig gepflegt und repariert werden muss.

Seit vielen Jahren setzt sich der Nabu für die Renaturierung der Eder ein und hat die Maßnahmen zusammen mit Ederfischereiclub, Planungsbüro sowie dem Regierungspräsidium begleitet. Dazu gehöre auch Öffentlichkeitsarbeit. Deshalb wurde im Jahresprogramm wieder eine Exkursion angeboten, die Stefan Vogt vom Ederfischereiclub leitete. Der Club habe in einer Presseerklärung bemerkenswerte Erfolge des Artenschutzes an der Eder mitgeteilt, wie die Beobachtung von zwei Bibern, Wiederentdeckung der Fischart Schneider und Nachweis von natürlichem Nachwuchs der Elritze. Diese Fischart war aus der Eder verschwunden und wurde aus dem Vorkommen in der Orke wieder angesiedelt

Die Edertaler Störche hatten im zwölften Jahr seit ihrer Ansiedlung im Jahr 2008 mit vier Jungen wieder Bruterfolg. Auch zwei Uhu-Paare brüteten im Edertal.

Im Frühjahr hat ein Sturm einen Wanderfalken-Nistkasten an einem Strommasten zerstört. Die Firma TenneT brachte kurzfristig einen Ersatzkasten an. Ein Paar brütete, leider gab es aber keinen Bruterfolg. Erstmals wurde in einem Edertaler Naturschutzgebiet eine Pflanze festgestellt, die dort ihr einziges Vorkommen im Unteren Edertal hat. Es handelt sich um den Fieberklee, eine Sumpfpflanze.

Edertaler Nabu  bei der 50. Internationalen Wasservogelzählung am Edersee 

Mitglieder des Nabu Edertal beteiligen sich an verschiedenen Erfassungsprogrammen. In diesem Winterhalbjahr steht die 50. Internationale Wasservogelzählung an acht Stichtagen am Edersee bevor. Einbezogen sind auch das Naturschutzgebiet „Stausee von Affoldern“ und die Eder sowie das Oberbecken bei Hemfurth. 

Im 25. Jahr wurde an acht Stichtagen der Kormoran-Schlafplatz am Stausee von Affoldern kontrolliert – in guter Zusammenarbeit von einem Ornithologen und einem Angler. Dazu erscheint im Vogelkundlichen Heft Edertal 46/2020 ein Bericht. 

Auf einer Probefläche zwischen Bergheim und Königshagen wurde wieder der Brutbestand des Neuntöters kartiert. Wie im Vorjahr wurden 29 Reviere festgestellt. Viele Mitglieder beteiligten sich an den Nabu-Aktionen „Stunde der Wintervögel“ und „Stunde der Gartenvögel“.

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