Fremder Artgenosse stört Brutpaar

Aufregung am Edertaler Storchennest

Brutgeschäft unterbrochen: Nach der Rückkehr ins Nest an der Wese bringt ein Storch Baumaterial, während der Partner offenbar auf dem Gelege sitzt. Foto: Hermann Sonderhüsken

Unruhe am Storchennest an der Wese: Beobachter sahen, wie ein fremder Storch das Brutgeschäft der Edertaler Adebare störte. Das Paar verließ das Nest.

Edertal – Seit Sonntag waren deutliche Anzeichen für das Brutverhalten der Weißstörche zu erkennen. Einer der beiden Großvögel blieb immer im Nest, saß meist auf den Eiern, stand gelegentlich auf und bewegte offensichtlich mit dem Schnabel das Gelege. Beide Partner wechseln sich ab. Bei den Störchen brüten sowohl Männchen als auch das Weibchen.

Beide Störche verließen das Nest

Am Montag bis etwa 16 Uhr nahm alles seinen gewohnten Verlauf. Dann aber tauchte aber ein Fremdstorch auf und verbreitete große Unruhe bei den Störchen. Plötzlich verließen beide das Nest. Das ist ein total unübliches Verhalten während der Brutzeit, stellten ständige Beobachter der Edertaler Weißstörche fest.

Das selbe Verhalten wiederholte sich am Dienstag: Bis etwa 16 Uhr sah alles nach dem üblichen Brutgeschäft aus, dann aber flogen erneut beide Störche da- von, und das Nest war für einige Zeit verwaist. Die aktuelle Situation ist offenbar unklar.

Störche noch nie so früh aus Winterquartier zurück

So früh wie nie waren die gefiederten Frühlingsboten in diesem Jahr ins Edertal aus ihrem Winterquartier im Großraum Madrid in Spanien zurück gekehrt in ihr Nest an der Wesemündung. Das Männchen traf bereits am 14. Februar in Giflitz ein. Das Weibchen folgte schon drei Tage später. Störche ziehen am Tag und nutzen die Thermik, um Kräfte zu sparen. Noch nie trafen die beiden Partner so kurz hintereinander im Edertal ein wie in diesem Jahr.

Kaum größer als Hühnereier

Wie bei Störchen üblich, hat es gleich nach der Ankunft des Weibchens die erste Paarung gegeben. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre beginnt das Brüten etwa drei bis vier Wochen nach der Paarung. Die Brutzeit beträgt etwa 31 bis 33 Tage. Storcheneier sind nur wenig größer als Hühnereier und die Küken der Großvögel kaum größer als die der Legehennen.

Die Jungvögel im Storchennest werden von den Eltern gefüttert. Sie fangen ihre Beute auf Wiesen und Feldern im Edertal, selten im Wasser. Meist sind es Mäuse, Würmer, Insekten und Reptilien, die sie ihrem Nachwuchs bringen.

Die Beute wird ausgewürgt und von den Jungen aufgenommen.

VON HERMANN SONDERHÜSKEN

Bildband "Ein Jahr mit den Edertaler Störchen"

Das Leben der Edertaler Störche ist in einem Bildband dokumentiert, den der Giflitzer Hermann Sonderhüsken ehrenamtlich gestaltet und mit eindrucksvollen Fotos illustriert hat. Unter dem Titel „Ein Jahr mit den Edertaler Störchen“ nimmt der Autor seine Betrachter auf 88 Seiten mit auf eine spannende Fotoreise mit 91 Bildern.

 Im Text ist die Rückkehr der seit 2008 wieder im Edertal heimisch gewordenen Weißstörche lückenlos dokumentiert. Entstanden ist der Bildband auf Anregung des Edertaler Naturkundlers und Ornithologen Wolfgang Lübcke. Der Autor Hermann Sonderhüsken übernahm sämtliche Druckkosten. 

Der NABU bietet den Bildband für 6 Euro an. Er ist erhältlich in der Waldecker Bank und bei Unzicker in Giflitz, in der Buchhandlung Buchland in Bad Wildungen sowie bei der Waldecker Bank in Korbach. Der komplette Erlös ist für die Arbeit der NABU-Gruppen im Edertal bestimmt

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