Wisente werden in die Karpaten ausgewildert

Neuer Besucherrekord im Wildtierpark Edersee

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Wisente im Wildtierpark Edersee

Edersee – Erneut ein Rekordjahr im Wildtierpark Edersee: Im vergangenen Jahr sind die Gästezahlen erneut gestiegen. 156 000 Besucher wurden gezählt - das sind 11 000 mehr als im bisher stärksten Jahr 2017 der Nationalparkeinrichtung.

Diese Zahlen stellte Parkleiter Tobias Rönitz am Freitagabend beim traditionellen Rundgang der Mitglieder des Fördervereins vor. Ob dieser Trend anhalte oder die Steigerung Folge des trockenen Sommers gewesen sei, könne nur spekuliert werden, betonte Rönitz.

Das Jahr 2018 war geprägt von vielfältigen Bau- und Unterhaltungsmaßnehmen sowie der Aufarbeitung der im Januar durch Sturm Friederike verursachten Schäden. Rund 50 Bäume riss der Sturm um. „Glücklicherweise sind keine auf die Zäune von Wolf- und Luchsgehegen gestürzt“, so der Parkleiter.

Nachwuchs: In den vergangenen drei Wochen wurden 46 Frischlinge geboren.

Ein besonderer Schwerpunkt war und ist noch immer das Domizil für die europäischen Wölfe. Das neue Gehege ist inzwischen komplett eingezäunt, der dazugehörige Wegeabschnitt ausgebaut und eine Höhle angelegt. Besonderes Highlight ist ein Besuchersteg. Rönitz: „Der Förderverein hat die Kosten von rund 24 000 Euro übernommen.“ Noch sind Restarbeiten und Bepflanzungen zu erledigen. Am 30. April soll das Gehege eröffnet werden. Ein europäisches Wolfspaar hat im Wildtierpark inzwischen eine neue Heimat gefunden. „Wir hofffen, es sind zwei Alfa-Tiere und es stellt sich bald Nachwuchs ein.“

Im alten Wolfsgehege tummeln sich noch drei kanadische Timberwölfe. „Ein Auslaufmodell zugunsten der europäischen Wölfe“, meinte Rönitz. Ein weibliches Tier, das sich stark verletzt hatte, starb. Ohne Nachwuchs blieb es 2018 bei den Luchsen. Im Park leben ein Zuchtpaar und zwei junge Kuder. Ein neuer Bock wurde bei den Steinböcken eingesetzt. „Er hat sich gut eingelebt“, sagte Rönitz. Drei Jungtiere wurden vergangenes Jahr geboren. Aktuell umfasst der Bestand acht Tiere. Drei Fischotter tummeln sich im Teich. Eines der beiden in 2018 geborenen Jungtiere wurde nach Bad Mergentheim abgegeben.

Im Wisentgehege beeindruckt eine zehnköpfige Herde dieser gewaltigen Tiere die Besucher. Im Herbst wurde ein 12 Jahre alter Bulle abgegeben (Rönitz: „Es war ein Riesenakt, zum Verladen brauchten wir 16 Leute“). Im Gegenzug erhielt der Wildtierpark den jüngeren Bullen „Donat“. Mit seinen Wisenten beteiligt sich der Park an einem europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Zwei weibliche Tiere – Elisabeth und Ella – wurden in ein Auswilderungsprojekt gegeben. Laut Rönitz befinden sie sich derzeit noch im Wisentgehege Springe. In diesem Frühjahr werden sie in die Karpaten nach Rumänien gebracht und freigelassen. Von den vier Jungtieren des vergangenen Jahres werden weitere drei in das Auswilderungsprojekt gegeben. Rönitz: „Dann werden fünf unserer Wisente in Freiheit leben.“

Von Jörg Schade

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