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Nach spektakulärem Fang im Edersee: Anzeige gegen Angler erstattet – dieser reagiert sofort

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Von: Matthias Schuldt

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Flusswels, nur der Kopf
Wels © Thomas Görk/pr

Wegen des Welsfangs vom Edersee liegt eine Anzeige gegen Unbekannt vor. Doch der Angler klärt ein Missverständnis auf.

Edersee – Wegen des Welsfangs vom Edersee liegt eine Anzeige gegen Unbekannt vor. Doch der Angler klärt ein Missverständnis auf. Der Fisch sei nicht zurückgesetzt, sondern verwertet worden.

Die Anzeige war bei Gerd Paulus von der Wasserschutzpolizei am Edersee eingegangen. Der Vorwurf: Die Angler hätten das in Hessen laut Fischereiverordnung verbotene „Catch and Release“ betrieben, das gezielte Fangen und Freilassen eines Fisches als Sport und nicht, um den Fisch zu verzehren.

Edersee: „Catch and Release“ für Fische oft mit Todesfolge

„Für die Fische ist das sehr leidvoll, viele Fische sterben letztlich dabei. Die Tiere werden so zu ‘Spielzeug‘ degradiert“, schreibt etwa die hessische Tierschutzbeauftragte, die Tierärztin Dr. Madeleine Martin, auf der Homepage des hessischen Umweltministeriums. Verschiedene Gerichtsurteile, etwa des Oberverwaltungsgerichtes Nordrhein-Westfalen, bestätigten große Leiden der Tiere „ohne einen vernünftigen Grund“, betont die Beauftragte.

Laut dem Tierschutzgesetz dürfe aber niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. „Fische aus purem Spaß am Angeln und für ein Foto der Trophäe aus dem Wasser zu ziehen, ist kein vernünftiger Grund“, unterstreicht die Tierschutzbeauftragte. So ordne es auch die hessische Fischereiverordnung ein. In Paragraf 10 Nummer 3 heiße es explizit: „Das Zurücksetzen eines Fisches, Rundmaules, Krebses oder einer Muschel nach dem Fang ohne vernünftigen Grund ist verboten.“

Heftige Diskussion in Deutschland um „Catch and release“

Das Verfahren des „Catch and release“ ist Gegenstand einer intensiven Diskussion, die sich seit Jahren in Deutschland entspinnt. Denn andere Länder in Europa erlauben es oder schreiben das „Catch and release“ unter bestimmten Bedingungen für große Fische gar vor, um den Bestand zu stabilisieren und nicht zu viele laichfähige Tiere zu verlieren.

In Deutschland ist das Fangen und wieder Freilassen eines Fisches trotz grundsätzlichen Verbots in bestimmten Fällen ebenfalls vorgeschrieben: wenn der Fisch eine fest vorgegebene Mindestgröße unterschreitet oder wenn ein Fisch anbeißt, für den zum Zeitpunkt des Fangs Schonzeit gilt.

Taucher im Edersee begegnet Welsen und weiterer Wels tot an Bericher Hütte gefunden

Die Vorschriften im Detail werden auf Ebene der Länder geregelt. Hintergrund hier ist ebenfalls der Erhalt von Beständen, damit Jungtiere nicht gefangen werden, bevor sie Geschlechtsreife erreicht und damit die Chance gehabt haben, sich fortzupflanzen, um aus Sicht des Menschen den Bestand zu erhalten.

Unterdessen wurde ein weiterer Wels tot aufgefunden nahe der Bericher Hütte, berichten Spaziergänger und belegen das mit einem Foto. Dieser Fisch ist rund 1,80 Meter lang. Die Passanten meinen, eine Schiffsschraube könnte ihn verletzt haben, da er eine größere Wunde am linken, hinteren Ende aufweise. Die Berichterstattung über die urtümlichen Raubfische veranlasste auch einen Edersee-Taucher, sich zu melden. „Mir begegnen auf Tauchgängen im See häufiger Welse“, schrieb Thomas Görk und sandte ebenfalls ein Foto zu. (Matthias Schuldt)

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