Es besteht Lebensgefahr

Edersee: Gesamte Randstraße gesperrt - Ausmaß des Buchen-Desasters nicht abzusehen

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Vorgezogen: Statt zwischen Waldeck-West und Nieder-Werbe, wie angekündigt, begannen die Arbeiten gestern in der Gegenrichtung, hier am Abzweig Waldeck. Am Freitag war noch nicht die Rede davon gewesen.

Die schlechten Nachrichten von den bewaldeten Hängen an der Randstraße überschlagen sich. Die gesamte Straße ist wegen absterbender Buchen nicht mehr verkehrssicher.

Kronen könnten herausbrechen oder Bäume gleich umstürzen. Das teilte André Schulenberg von Hessen-Forst am Montag als Ergebnis weiterer intensiver Kontrollen mit. 

Konsequenz: neue Sperrungen. HessenForst und HessenMobil raten eindringlich allen, die Verbote zu beachten, „denn es besteht Lebensgefahr: für Fußgänger, Radfahrer, motorisierten Verkehr“, unterstreicht Schulenberg.

Der seit Freitag still gelegte Abschnitt zwischen Waldeck-West und Nieder-Werbe bleibe bis auf Weiteres gesperrt, „doch dort werden wir noch nicht aktiv“, erläutert er. Stattdessen ließen die Behörden gestern erst einmal woanders fällen: zwischen dem Abzweig Waldeck und der Sperrmauer und das mit Rücksicht auf die Interessen der Gewerbebetriebe im Umfeld.

Edersee Randstraße zwischen Waldeck-West und Nieder-Werbe - Hessen Forst regelt den Verkehr

Die Arbeiten an diesem Teil der Straße gehen am Dienstag weiter. Voll gesperrt wird sie hier nicht, sondern die Mitarbeiter von Hessen Mobil regeln den Verkehr. Autofahrer müssen sich auf Wartezeiten einrichten, wenn der Bagger etwa für einen Moment die gesamte Fahrbahnbreite für seine Arbeit benötigt.

Parallel wurde am Montag die Randstraße zwischen der Sperrmauer und der Ampelanlage Hemfurth-Edersee dicht gemacht. Die beauftragte Firma rückt den kaputten Bäumen dort voraussichtlich ab Dienstag bis einschließlich 9. Oktober zu Leibe.

Das gesamte Ausmaß des Buchen-Desasters ist derzeit noch nicht einschätzbar

Das gesamte Ausmaß des Desasters, die Dauer der Aktionen, die Zahl der zu fällenden Bäume – nichts davon sei momentan seriös abzuschätzen, sagt André Schulenberg. Einrichten müssen sich alle Edersee-Fans darauf, dass vergleichbare Aktionen über Jahre hinweg immer wieder nötig sind.

Der Aufwand ist gewaltig. „Viele Schäden erkennt man aus der Ferne nicht. Man muss sich jeden Baum einzeln ansehen “, erklärt der Förster.

Herausnehmen der sterbenden Bäume in dem teils unwegsamen Gelände ist gefährlich

Und das in einem über weite Strecken mehr als unwegsamen Gelände. Diese äußeren Umstände machen das Herausnehmen der absterbenden Bäume zu einem gefährlichen Unterfangen. Eine gründliche Recherche zu technischen Geräten, die das Risiko für die Arbeitstrupps kalkulierbar halten, ist unerlässlich.

„Die größten Bauchschmerzen bereitet uns die Buche, denn die Pilze zersetzen ihr relativ weiches Kernholz sehr schnell“, erläutert Schulenberg. Die Eiche verfüge über härteres Kernholz, sodass die Angreifer größere Mühe hätten. Das erhöht die Chancen des Baumes.

Doch wer weiß, wie lange diese Einschätzung gültig bleibt? Noch vor zwei Jahren glaubte man, die Buche komme recht gut klar mit der Klima-Erwärmung, jedenfalls deutlich besser als die Nadelbäume der Region.

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