Familien mit Kindern schwerpunktmäßig im Frankenberger Raum unterwegs

Eder-Bike-Tour 2018 lockt oberhalb der Sperrmauer mehr Radler als unterhalb

(Sitzend von links): Jürgen Schweinebraten aus Niedermöllrich, Werner Siebert aus Zennern und Karlheinz Schäfer aus Obermöllrich fahren jeden Sonntag mit dem Rad an die Edertalsperre und zurück. Gestern ließen sie sich zur Eder-Bike-Tour bei den Wellener Landfrauen am Ederufer, hier (stehend von links) Erika Geitz und Inge Radünz, selbst gebackenen Kuchen und Kaffee schmecken. Foto: Schuldt

Waldeck-Frankenberg. Die einen machten nur „eine kleine Morgentour“, andere strampelten von Bromskirchen bis zur Edersee-Staumauer und wieder andere entschieden unterwegs spontan, welche Teilstrecke sie mit dem Fahrrad oder dem Zug absolvieren:

Die Eder-Bike-Tour, an der sich gestern wieder Tausende Radfahrer beteiligten, bot für jeden Geschmack und jeden Anspruch die passende Route. Egal ob man nur eine kurze Etappe auswählte oder die gesamten 156 Kilometer des Ederradweges zwischen Bad Berleburg-Aue und Edermünde-Grifte absolvierte: Spaß und Geselligkeit standen im Vordergrund.

Rad-Gepäckträger der Busse ausgebucht

So auch bei Stefan Schwickerath, der morgens in Battenberg mit seinem E-Bike losgefahren war. Er genieße es, mal mit vielen anderen Fahrradfahrern unterwegs zu sein, sagte er, als er in Viermünden den Zug in Richtung Herzhausen bestieg. „Schön ist auch, dass man die Route individuell gestalten kann.“ In Reddighausen mit Ziel Frankenberg war Herbert Wiegand gestartet. „Ich habe mein Handy dabei. Wenn es nicht mehr geht, rufe ich meine Frau an und die holt mich ab“, sagte der 79-Jährige. Katja Paulus machte mit ihren Töchtern Hanna und Laura an der Stempelstelle Darmstädter Hof in Battenfeld Station. „Wir wollten eigentlich mit dem Bus nach Aue fahren und von da aus nach Hause, aber der war leider schon seit Tagen ausgebucht“, sagte sie. „Das stimmt“, räumte Gabriele Garthe vom Touristik-Service Waldeck-Ederbergland ein. Es sei aber nicht möglich, mehr Busse mit Gepäckträger einzusetzen. Es sei überall „echt was los gewesen“, an der Strecke, so Garthe zufrieden. Sie habe überall Leute mit guter Laune gesehen. „Auch ein paar Hartgesottene, die die ganzen 156 Kilometer in Angriff nehmen wollten – und das ohne E-Bike“, betonte sie.

Im Edertal sehr viel ruhiger -  zumeist sportliche Stammgäste

Sehr viel ruhiger ging es an der Strecke im Edertaler Beritt unterhalb der Sperrmauer zu, wo es morgens nach den Unwetterstunden des Vorabends noch tröpfelte. „Schleppend“, kommentierte eine der Wellener Landfrauen, die alljährlich am Holzplatz neben der zweiten Sohlgleite zur Eder-Bike-Tour selbst gebackenen Kuchen und Kaffee anbieten. Diese Jahr setzten sich fast ausschließlich die sportlich aktiven Fahrer nieder, die jedes Wochenende in diesem Revier unterwegs sind.

Das bestätigte Andrea Steinmetz (Zweirad Stehl/Fritzlar) von der Stempelstelle in Mehlen: „Die Familien mit Kindern bleiben wegen der Gewitterwarnungen aus.“ Mit ihrem Kollegen Patrick Reich informierte sie Interessierte zum Thema E-Bike. Unter zehn verkauften Fahrrädern seien in ihrem Geschäft sechs mit Elektro-Motor versehen. Doch die heimische Tourismus-Region reagiere noch nicht ausreichend darauf. Größere Wegweiser und vor allem einfach zu bedienende Ladesäulen, am besten mit Münzeinwurf, sollten an vielen Punkten installiert werden, meint Reich. (bs/su)

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