Infos und besondere Ausblicke

Edersee-Atlantis bietet weit mehr als Ruinen

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In der Bringhäuser Bucht ersteht Alt-Bringhausen durch eine transparente Tafel hindurch vor der tatsächlichen Landschaft wieder auf.

Die Ruinen der untergegangenen Dörfer sind gut und trockenen Fußes zugänglich. Das Edersee-Atlantis ist wieder aufgetaucht.

Vier Anlaufstellen lohnen sich für die Besucher besonders: neben der Aseler Brücke sind das die Überreste der Dorfstelle Berich mit dem vorgelagerten Friedhof in der Waldecker Bucht, die Reste der Bericher Hütte zwischen der Waldecker Bucht und Nieder-Werbe sowie die Tafel für Alt-Bringhausen an der Bringhäuser Endstation.

Tatsächlich lassen sich dort die auf der transparenten Tafel gezeichneten Gebäude des versunkenen Ortes den Originalschauplätzen, die trocken gefallen sind, zuordnen. Ein spannendes Unterfangen. Es wird noch größeren Reiz gewinnen, wenn der virtuelle Wiederaufbau des alten Ortes im Internet, den eine Gruppe engagierter Bringhäuser betreibt, geschafft ist.

Die Liebesinsel, die nun keine Insel mehr ist und die gut auszumachende, wenn auch noch nicht zu Fuß erreichbare Brücke gen Scheid sind weitere Hingucker in der Bringhäuser Bucht. Dazu gesellt sich ein grüner Teppich an frisch austreibenden Pflanzen, der geschmückt ist mit Blüten. Begegnungen mit Scharen von weidenden Wildgänsen sind in diesen Tagen hier keine Seltenheit.

Stählerne Tafeln

Der Verein zur Rettung der Dorfstelle Berich hat in den vergangenen Jahren viel geschafft. Von der Randstraße aus lässt sich das Ergebnis bei klarem Wetter sehr gut betrachten. Die Umrisse mehrerer Höfe, die aufgemauert wurden, sind klar zu erkennen. An den Ruinen erhält der Gast auf stählernen Tafeln Erläuterungen zu den Höfen und ihrer Lage im alten Dorf. Mit etwas Glück findet der Wanderer dicke, rostige Nägel: unverkennbar aus historischer Zeit, weil sie unregelmäßig, also von Hand gearbeitet sind.

Stählerne Tafeln erläutern an der Dorfstelle Berich die historische Situation.

Um das Konservieren der Mauern der Bericher Hütte kümmert sich niemand. Daran ändert auch das Schild „Denkmal“ an den Überresten nichts. Die Zeit drängt, denn die Hütte hat viel von ihrer Substanz verloren.

Die Talsperre weist einen Füllstand von rund 36 Millionen Kubikmetern auf. Damit ist sie um rund 75 Millionen Kubikmeter leerer als im langjährigen Mittel um diese Jahreszeit, besagen die Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes.

Die Fahrgastschiffe auf dem See verkehren dennoch und vom Wasser aus ergeben sich besondere Ausblicke auf Ruinen des alten Edertals. Das gilt auch für eine Stippvisite auf den Hopfenbergen, die sich nun vom Radweg zwischen Sperrmauer und Rehbach aus auf Schusters Rappen erobern lassen: Eindrücke und Fotomotive wie an Felsenküsten südeuropäischer Tourismusziele. Die nächste Atlantis-Wegmarke wäre das Sperrmauermodell unterhalb der Bericher Hütte. Es taucht langsam auf, wenn der Füllstand auf 31 Millionen Kubikmeter fällt. Selbst ohne größere Regenmengen wäre das beim momentanen Verhältnis von Zu- und Ablauf allerdings frühestens in knapp drei Wochen der Fall.

Aktuelle Impressionen vom Edersee-Atlantis

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