Pumpe und Turbinenanlage zurück im Regelbetrieb:

Uniper beendet 16 Millionen-Euro-Wartung im Edersee-Pumpspeicherkraftwerk

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Gewicht trifft Genauigkeit: Der 380 Tonnen schwere Rotor eines Generators im Pumpspeicherwerk der Peterskopf-Kaverne wird nach der Revision auf den Hundertstel Millimeter genau zurück an seinen Platz gehievt.

Edersee – Die Gesellschaft Uniper hat 16 Millionen Euro investiert in die  Überholung eines seiner zwei Maschinensätze in der Kaverne – der künstlichen Höhle im Peterskopf.

Das Kraftwerk nutzt Wasser aus dem Edersee zur Energiespeicherung. Seit Montag laufen Turbine, Pumpe und Generator, die einen solchen Maschinensatz des Pumpspeicherkraftwerks bilden, wieder im regulären Betrieb.

Für die Wartungs- und Reparaturarbeiten waren tonnenschwere Teile der Anlage ausgebaut und per nächtlichen Schwertransporten in die Werkstatt des Herstellers gefahren worden. Auf gleiche Weise kehrten sie Monate später zurück. Doch die umfangreichen Arbeiten, die im Januar 2018 begannen, stellen nur den ersten Teil dar. 2020 wird der zweite Satz in der Kaverne überholt.

Blick in den "Stator", in den der Rotor des Generators millimetergenau montiert wurde.

„Das ist etwa alle zehn bis zwölf Jahre notwendig“, erklärt Jörg Lingelbach, der bei Uniper die Revisionen verantwortet. Ziel des Unternehmens sei es einmal gewesen, die Intervalle langfristig auf 15 Jahre auszudehnen. Doch im Zuge der Energiewende, die Strom aus mehr und mehr Windkraft und Photovoltaik ins Netz bringt, werden die Pumpspeicherwerke stärker beansprucht. Sie gleichen Schwankungen im Netz aus. Diese nehmen zu, weil Wind und Sonne mal mehr, mal weniger Energie liefern. Die Kraftwerke müssen daher häufiger angefahren und abgeschaltet werden als früher.

Hier kommen Stator und Rotor langsam aufeinander zu.

Die Revision brachte die Folgen an den Tag, denn die Schäden durch Verschleiß fielen deutlich größer aus als gedacht. Der Generator-Rotor, der sich mit seinen 380 Tonnen Gewicht beim Stromerzeugen bis zu 327 Mal pro Minute dreht, wurde für sechs Millionen Euro erneuert.

Ein Maschinensatz besteht aus zwei Teilen: einer Pumpe, die das Wasser auf den Berg befördert und dabei Strom verbraucht sowie der Turbinenanlage, die Strom erzeugt, wenn Wasser den Berg wieder hinunterfließt. Es bringt das Turbinenlaufrad zum Drehen und dieses versetzt einen Riesen-Dynamo in Rotation, der elektrische Energie produziert. Gewaltige „Kugelschieber“ übernehmen die Rolle von Wasser-Absperrhähnen. Im Wechselbetrieb von Stromverbrauch und -erzeugung dient das Kraftwerk als Speicher.

Blick in die Maschinenhalle der Kaverne, der künstlichen Höhle.

Das Pumpspeicherkraftwerk am Edersee liefert bis zu 480 Megawatt elektrische Leistung. „Das entspricht in etwa dem Bedarf der Stadt Frankfurt tagsüber“, erklärt Lingelbach. Rund neun Stunden am Stück können die zwei Maschinensätze diesen Bedarf decken, dann ist das Speicherbecken quasi leer gelaufen.

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