Der große Wurf für deutlich mehr Wasser in der Talsperre bleibt aus

Edersee: Riesenfrust bei Anrainern über Info-Abend zur Wasserbewirtschaftung

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Die Edersee-Anrainer sind das ewige Rennen ums Wasser leid. Sie wollen ihr Revier zur Saison einfach nur sehen wie auf diesem Bild.

Edersee. Der große Wurf für deutlich mehr Wasser im Edersee bleibt aus: „Es geht um kleine Schritte der Verbesserung, damit der See möglichst lange möglichst voll bleibt“, sagte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke am Dienstag zum Start des Info-Abends über die Bewirtschaftung der Talsperre.

Er versetzte den Hoffnungen der Tourismus-Betriebe, Wassersportler und anderer Edersee-Anhänger einen kräftigen Dämpfer.

Knapp 200 Gäste folgten in der Affolderner Festhalle den Vorträgen von Fachleuten aus Regierungspräsidium, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Hann. Münden (WSA) sowie landeseigenen Instituten. Die Schlussfolgerung aus den Referaten frustrierte das heimische Publikum, das in der Debattenrunde heftig reagierte.

Denn als einziger neuer Schritt für etwas mehr Wasser verbleibt das Absenken der Mindestabgabe aus dem Edersee von 6 auf 4 Kubikmeter pro Sekunde – für die Monate von November bis Februar. In der Restzeit verträgt sich das Absenken nicht mit dem Naturschutz für die untere Eder.

Einen Effekt auf die Saison hat dieses Mittel zwangsläufig nur, wenn zwischen November und Februar wenig Regen und Schnee vom Himmel fallen, wie im dürren Winter 2016/17. Wäre die abgesenkte Mindestabgabe damals eingeführt worden, hätte der Edersee zur Mitte der Sommerferien 60 statt 40 Millionen Kubikmeter geführt.

Beim Hochwasserschutz gibt es keinerlei Zugeständnisse. Viele am Edersee fordern, weniger Speicherplatz vorzuhalten, den See generell voller zu lassen, weil es weniger regne. Laut Regierungspräsidium ein Trugschluss. Der Klimawandel bringe mehr Unwetter, zeige die Statistik. Der Hochwasserschutz werde wichtiger. Mit 75 Millionen Kubikmetern Hochwasserschutzraum stelle der Edersee mehr als zwei Drittel der nordhessischen Kapazitäten für diesen Zweck: wichtig für Anlieger bis nach Bad Karlshafen.

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