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Edertal: Car- und E-Bike-Sharing als Alternative zum eigenen Auto

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Von: Matthias Schuldt

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Nahmen im Dezember die Ladesäule für das neue Carsharing-Elektro-Auto in Betrieb: (von links) Norbert Schramek, Heike Arnz und Johannes Sprenger vom Verein „Vorfahrt für Jesberg“ sowie Bürgermeister Heiko Manz.
Nahmen im Dezember die Ladesäule für das neue Carsharing-Elektro-Auto in Betrieb: (von links) Norbert Schramek, Heike Arnz und Johannes Sprenger vom Verein „Vorfahrt für Jesberg“ sowie Bürgermeister Heiko Manz. © Kerstin Diehl

Auf Initiative der Grünen prüft Edertal, wie sich „Mobilitätsstationen“ in der Großgemeinde realisieren ließen.

Edertal/Bad Wildungen/Waldeck – Sie sollen möglichst in Partnerschaft mit weiteren Kommunen der Gegend eingerichtet werden. Den Grünen schwebt eiin Angebot an die Bevölkerung vor, das Carsharing – möglichst von E-Autos – ebenso umfasst wie die Möglichkeit, Fahrräder und Pedelecs oder Lastenräder auszuleihen. Fraktionsvorsitzender Rainer Pfeffermann begründete den Vorstoß in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in der Affolderner Festhalle: „Der Öffentliche Personennahverkehr ist zwar gut ausgebaut, kann aber nicht alle Bedürfnisse nach Bewegungsfreiheit abdecken.“ Demgegenüber stünden viele Privat-Pkw die meiste Zeit des Tages über ungenutzt am Wohn- oder Arbeitsort, um ihren Eigentümern Flexibilität in der Mobilität zu ermöglichen.

Mobilitätsstationen, an denen sich jemand das für den jeweiligen Anlass am besten geeignete Fahrzeug leiht, böten in Kombination mit dem ÖPNV-Netz eine Alternative zum eigenen Auto. Davon sind die Grünen überzeugt. „Anschaffung und laufende Kosten für ein eigenes Auto sind hoch und können insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen belasten oder sogar überfordern“, sagte Pfeffermann. Werde das Zweitauto abgeschafft, könne man etwa bei einer Fahrleistung von 5000 Kilometern jährlich bis zu 3000 Euro per anno einsparen, rechnete er vor.

Anspruch als Klimakommune Edertal gerecht werden

Alle Edertalerinnen und Edertaler sollen nach der Vorstellung der Grünen die Mobilitätsstationen ohne viel Aufwand nutzen können. Damit würde die Gemeinde mit ihrem Anspruch als Klimakommune einen Beitrag leisten, Rohstoffe und andere Lebensgrundlagen sparsam und mit größtmöglichem Nutzen bei möglichst geringem Aufwand zu nutzen. Das Angebot solle sich in gleicher Weise an Urlauberinnen und Urlauber richten, weil es ihnen nach einer Anreise mit Bus und Bahn in der Ferienregion Bewegungsfreiheit gewähre.

Die Grünen schlugen vor, das Thema in den Haupt- und Finanzausschuss zur weiteren Beratung zu überweisen. Es gehe auch darum, Fördertöpfe anzuzapfen. Überdies plädiert die Fraktion dafür, Chancen der Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen wie Bad Wildungen, Fritzlar und Waldeck beim Aufbau solcher Mobilitätsstationen auszuloten.

Vorbild „Vorfahrt für Jesberg“

Pfeffermann verwies auf Vorbilder, darunter eines in der Nähe. „Vorfahrt für Jesberg“ heißt ein Modell im Schwalm-Eder-Kreis. Die Grünen regten an, Mit-Initiator Michael Schramek in den Ausschuss einzuladen. Die Gemeindevertretung stimmte dem Antrag der Grünen zu. Das Thema wurde ohne Gegenstimme und Enthaltung in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

„Eine sehr gute Idee“, befand Bürgermeister Klaus Gier zum Antrag. Allerdings riet er, sich parallel zu den Beratungen mit dem Kellerwaldverein abzustimmen. „Geschäftsführerin Lisa Küpper verweist darauf, dass ein ausgearbeitetes Konzept die Voraussetzung bildet für Fördergelder“, erläuterte der Rathauschef. Aus seiner Sicht biete es sich an, ein Netz von Mobilitätsstationen auf der Ebene der Region Kellerwald-Edersee anzustreben, da alle angeschlossenen Kommunen dann beteiligt werden könnten. Dazu zählten neben den Nachbarn Bad Wildungen und Waldeck die Domstadt Fritzlar oder Haina. (Matthias Schuldt)

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