Bürgermeister-Kandidaten Klaus Gier und Marco Mörschler stellten sich den Fragen

Edertal: Mehr als 300 Besucher beim WLZ-Wahlforum

WLZ-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Edertal: Für Amtsinhaber Klaus Gier (rechts) und Herausforderer Marco Mörschler, hier mit Moderatorin Cornelia Höhne, gab es nicht nur knifflige Fragen, sondern auch mal etwas zu Lachen. Fotos:  Renner

Edertal. Tourismus und Verkehr, Ehrenamt und Edersee: Mehr als 300 Besucher nutzten beim WLZ-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl in Edertal die Gelegenheit, die beiden Kandidaten und ihre Konzepte zu wichtigen Zukunftsfragen der Gemeinde kennenzulernen.

Zur Wahl am 28. Oktober treten Amtsinhaber Klaus Gier (parteilos) und sein Herausforderer Marco Mörschler, SPD-Verbund Edertal unterstützt wird. In der Festhalle Affoldern ging es am Mittwoch zur Sache.

Tourismus am Edersee

In der Urlaubsregion Edertal kommt dem Tourismus ein besonderer Stellenwert zu. Entsprechend setzten die beiden Moderatoren und WLZ-Redakteure Cornelia Höhne und Matthias Schuldt hier einen Themen-Schwerpunkt. Wer nur über die leere Talsperre meckere, verkenne das touristische Potenzial Edertals, stellt Bürgermeister Klaus Gier fest: „Wenn jemand behauptet, wir hätten nur den Edersee, geht mit geschlossenen Augen durch die Gemeinde.“ Marco Mörschler vertrat eine andere Position. Für den weitaus größten Teil der Besucher bedeute „Sommerurlaub in erster Linie Wasser“. Fehle es auf Dauer, müssten Alternativen her, sagte der 46-jährige Polizeibeamte und brachte ein Natur- und Waldschwimmbad am Standort Rehbach ins Gespräch. „Bäder kosten richtig Geld“, kommentierte Gier, seit sechs Jahren Rathauschef, diese Idee. Er wies in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen saisonverlängernden Maßnahmen hin, die in seiner Amtszeit etabliert worden seien.

Verkehrsprobleme

Am Tourismus hängt der An- und Abreiseverkehr der Besucher. Der beinahe obligatorische Wochenend-Rückstau bis Affoldern, das Nadelöhr bei Hemfurth, aber auch volle Straßen ohne Querungshilfen in Bergheim und Wellen führen bei Einheimischen, zu Verdruss, die „keine Gastronomie haben oder zum Segeln gehen“, wie es eine Zuschauerin formulierte.

„Wir haben mehr Besucher, als wir verkraften können“, unterstrich Gier und plädierte daher für Augenmaß, gehe es um die künftige Entwicklung weiterer Projekte mit Urlauber-Anziehungskraft.

Mörschler schlug vor, Abhilfe mit einem Parkleitsystem und Einbahnstraßenregelungen mit Bedarfsampeln zu schaffen. Das wiederum, konterte Gier, könne nur in Abstimmung mit den Nachbarkommunen erfolgen, damit sich der Stau nicht nach Waldeck oder Bad Wildungen verlagere. Er kündigte an, Verkehrszählungen in Auftrag zu geben, damit die Basis für ein Verkehrskonzept gelegt werden könne. Der Entwurf für ein solches Verkehrskonzept, erwiderte Mörschler, gäbe es bereits seit 15 Jahren. Man müsse es aus der Schublade holen.

Sorgenkind Gastronomie

Das gastronomische Angebot am Edersee lässt zu Wünschen übrig. Was kann der Bürgermeister oder die Gemeinde da tun? „Wir brauchen die Akteure. Die Gemeinde kann die Rahmenbedingungen schaffen“, sagte Gier. Hier seien die Initiativen von Gastronomen gefragt, die aber vor allem wegen des eklatanten Fachkräftemangels in der Branche gehemmt werden.

Sein Gegenkandidat sprach sich für flankierende Angebote „mit Eventcharakter“ aus. Mit einem Food-Truck, Lesungen oder Konzerten könnte für mehr Umsatz gesorgt werden. Voraussetzung dafür sei eine gemeinsame Werbung aller Anrainerkommunen.

Bildergalerie vom WLZ-Wahlforum mit  Edertaler Bürgermeisterkandidaten

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