Bisherige Änderungen haben nichts gebracht

Edertal verabschiedet Resolution für sparsamere Edersee-Bewirtschaftung

Die Liebesinsel in der Bringhäuser Bucht des Edersees bei Niedrigwasser
+
Die Reste von Burg Bring in der Bringhäuser Bucht, aufgenommen vor etwa zwei Wochen. Trotz der üppigen Niederschläge seitdem wird es noch dauern, bis die Überbleibsel tatsächlich wieder auf einer Insel ohne Landverbindung zum Ufer stehen: der Edersee-„Liebesinsel“.

In einer gemeinsamen Resolution wollen Vöhl, Waldeck, Edertal und Bad Wildungen eine veränderte Wasserbewirtschaftung am Edersee verlangen. Edertal beschloss den Text als erste Kommune.

  • In einer Resolution fordert die Edertaler Gemeindevertretung eine noch sparsamere Bewirtschaftung des Edersees
  • Alle bisherigen Änderungen für eine sparsamere Bewirtschaftung des Edersees bringen bei zunehmender Trockenheit nicht genug für einen ausreichenden Wasserstand im Sommer
  • Vöhl, Waldeck und Bad Wildungen beraten demnächst über die gleiche Resolution zum Wasserstand im Edersee und verabschieden sie voraussichtlich ebenfalls

Edertal – Die Gemeindevertreter billigten den Entwurf am Donnerstag einstimmig. Der Edersee sei eine Hauptattraktion für die Freizeitgestaltung und ein touristisches Highlight des Landkreises Waldeck-Frankenberg, heißt es in der Resolution. Als besonderes Ärgernis für die Region wird jedoch gesehen, wenn der Edersee schon sehr früh im Sommer einen Wasserstand aufweist, der eine touristische Nutzung nur noch eingeschränkt ermöglicht.

Zwar sei ab 2017 nach vielen Informationsveranstaltungen und Konferenzen eine Änderung der Bewirtschaftung beschlossen worden. Dies habe für den Edersee aber keinen Erfolg gebracht.

Auch ökologische Aspekte am Edersee berücksichtigen

Gefordert wird eine grundlegende Änderung der Wasserbewirtschaftung, in der – so eine Anregung der SPD in der Gemeindevertretung – auch ökologische Aspekte berücksichtigt werden. Das Problem seien nicht die trockenen Sommer an sich, sondern der Wasserabfluss zur Anhebung des Wasserstands in der Oberweser.

Laut Resolution müsse durch eine kontinuierlich geringe Wasserabgabe erreicht werden, dass der Edersee mindestens bis zum 15. August eines jeden Jahres einen akzeptablen Wasserstand aufweise, der zum Beispiel einem Inhalt von 125 Millionen Kubikmetern entspreche. Ein sparsamer Umgang mit dem Wasser aus dem Edersee führe so auch zu einer Verlängerung der Saison auf der Oberweser.

Im Sommer für vier Wochen gezielt auf Mindestabgabe aus dem Edersee drosseln

In einem ersten Schritt– so heißt es weiter– sollte der Vorschlag des Regionalverbandes Eder-Diemel umgesetzt werden. Er besagt, dass, bei einem Inhalt unter 125 Millionen Kubikmetern die Abgabe aus dem Edersee vier Wochen lang auf die sommerliche Mindestabgabe von 6 Kubikmetern gedrosselt werde.

Im Winterhalbjahr gilt seit 2019 im Pilotbetrieb eine Mindestabgabe von 4 Kubikmetern pro Sekunde aus dem Edersee. Vorübergehend hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Hann. Münden sie erhöht, weil auf der Oberweser wegen der Trockenheit kein Schiffsverkehr ohne den Zuschuss möglich war.

Aktuelle Schnee- und Regenfälle verändern Ausgangslage für Saison am Edersee bisher kaum

In der aktuellen Wetterlage mit ergiebigen Niederschlägen ist die Abgabe wieder auf 4 Kubikmeter gedrosselt und der Pegel in der Edertalsperre steigt. Am Freitag beispielsweise flossen mehr als 30 Kubikmeter pro Sekunde zu. Trotz der vermeintlich großen Schnee- und Regenmengen erholen sich Füllstand und Wasserstand des Edersees aber im Vergleich zum langjährigen Mittel kaum. Damit verändert die aktuelle Wetterlage auch die schlechten Aussichten für die nächste Saison am Edersee bisher nicht entscheidend.

Denn selbst bei diesem erhöhten Zufluss weist der Edersee nach wie vor rund 36 Millionen Kubikmeter Wasser weniger auf als im langjährigen Mittel: Aktuell sind das knapp 99 Millionen Kubikmeter statt der durchschnittlichen 135 Millionen um diese Jahreszeit. So verhält es sich seit Wochen. (Jörg Schade)

Extreme Trockenheit kennzeichneten bis vor Kurzem die Lage im Edersee und an der Oberweser.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare