Die Rinderbrust aus dem Smoker brachte den Sieg

Edertaler Klaus Breinig ist Grillweltmeister

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Hier grillen die Besten: Klaus Breinig an der Station seines Teams bei der Weltmeisterschaft im irischen Limerick. Die Gegner waren 90 Mannschaften von Grill-Virtuosen aus aller Welt 

Edertal. Der Edertaler Klaus Breinig grillt nicht nur wie ein Weltmeister, seit dem vergangenen Wochenende ist er tatsächlich einer:

Der 45-jährige Betreiber der in Giflitz beheimateten Kochschule und des Barbecue-Stores mit Grillakademie im Industriepark Waldau hat im irischen Limerick den Gesamtsieg bei der Grill-WM geholt. Bei den Wettkämpfen der World Barbecue Association (WBQA) triumphierte er mit seinen vier Kollegen vom Team „BBQ Wiesel“ unter mehr als 90 Mannschaften von Grill-Virtuosen aus aller Welt. Dabei gehört Breinig, der auch als TV- und Showkoch aktiv ist, der Truppe erst seit ein paar Monaten an. Bei einer Juroren-Tätigkeit für die Sendung „Beef Battle“ war er gefragt worden, ob er für ein ausscheidendes Mitglied in das Grill-Wettkampfteam einsteigen will. „Das passte menschlich und fachlich“ sagt Breinig.

Akribische Vorbereitung

Den folgenden Einsatz bei der Deutschen Grillmeisterschaft in Fulda habe die Fünferrunde dann ziemlich versemmelt. Umso akribischer hat sich das Team dann auf die WM in Irland vorbereitet, mit Gargraden, Zuschnitten und Gewürzmischungen experimentiert. Zum Beispiel sei es „ein Unterschied wie Tag und Nacht, welche Grillbriketts man verwendet“, sagt Breinig.

Mit einem halben Dutzend Grills und Smokern im Gepäck ging es schließlich nach Limerick, wo die Teilnehmer an zwei Tagen acht verschiedene Gerichte auf dem Grill zaubern mussten. Fünf davon waren Pflichtgänge und flossen in die Wertung ein.

Die Zubereitung solch ambitionierter Grillspezialitäten nimmt teilweise viele Stunden in Anspruch. Klaus Breinig und seine Mitstreiter servierten der Jury unter anderem Huhn mit Süßkartoffelpüree und Ananas, mit Whiskey und braunen Zucker karamellisiert. Ähnlich aufwändig waren eine Seeforelle und ihre Beilagen zubereitet. Jeweils 12 bis 16 Stunden im Rauch und über Feuer gegart wurden eine Schweineschulter sowie als Königsdisziplin eine Rinderbrust, wie sie hierzulande meist als Suppenfleisch verwendet wird. Den Grill-Experten gelang es, dieses Fleisch im Smoker butterzart zu garen, was der Jury am besten gefiel.

Reaktionen im Stundentakt

Am Ende standen der Gesamtsieg und der Weltmeistertitel für Klaus Breinig und seine Teamkollegen, die vom Niederrhein und aus dem Ruhrgebiet stammen. Dem großen Jubel schloss sich noch in Irland eine Siegesfeier an – dass ein Sturm die Rückreise verzögerte, kam den frisch gebackenen Weltmeistern in diesem Fall nicht ungelegen.

„Ich freue mich riesig und hätte damit nie gerechnet“, sagt Klaus Breinig, der seither „stündlich“ positive Reaktionen aus der Szene der ambitionierten Grillfans bekommt. Mit seinem Team hat er jetzt einen besonderen Ruf zu verteidigen. Dazu sind für nächstes Jahr mehr als ein Dutzend weltweite Wettkampf-Auftritte geplant. (asz)

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