Seit Mittwoch geöffnet

Endlich wieder Wildtierpark Edersee - Corona-Pause beendet

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Im Wildtierpark geht´s wieder los:  Das registriert die Alpha-Wölfin mit den beiden Jungtieren aus dem Vorjahreswurf.

„Endlich wieder Wildpark!“, ruft Jutta Stahlhut aus und strahlt übers ganze Gesicht. Die Wildungerin zählt zur Stammkundschaft des Nationalpark-Besuchermagneten.

  • Seit Mittwoch ist der Wildtierpark Edersee wieder geöffnet
  • Wegen der Corona-Hygienevorgaben gibt es Einschränkungen
  • Maskenpflicht besteht nur im Eingangsraum
  • 465 Gäste dürfen sich zur gleichen Zeit im Park aufhalten
  • Das entspricht einem Drittel der Gesamtbesucherzahl an guten Tagen

Edersee – „Wir haben eine Dauerkarte“, fügt Ehemann Klaus hinzu. Gemeinsam mit ihrer Familie, allen voran den Enkelkindern, gehörten die zwei Camper vom benachbarten Eschelsberg am Mittwoch zu den ersten Gästen nach Wiedereröffnung des Wildtierparks Edersee.

Spielplatz und Imbiss am Wildtierpark bereit

Die drei Schafböcklein drängen sich noch unsicher in die Ecke.

Der Spielplatz vorm Eingang wurde frei gegeben. 

Das Team der „Bericher Hütte“ bereitete sich ebenfalls auf Gäste vor. Die Tische und Bänke wurden auf die vorgeschriebenen Abstände zueinander gebracht, sodass sie bereit stehen, sobald die Behörden der Gastronomie deren Geschäft erlauben. Der Imbissbetrieb an der Hütte läuft auf jeden Fall.

„Wir sind froh, dass wieder Besucher kommen dürfen“, sagt Ranger Bernd Schenk im Eingangsbereich. Dort macht sich die Corona-Pandemie wie überall bemerkbar. Ein- und Ausgang desWildtierparks Edersee sind in Einbahnstraßen-Manier geregelt. Plexiglas-Scheiben trennen den Empfangstresen vom Rest des Raums. Schenk, seine Kolleginnen und Kollegen im Eingangsbereich tragen Mund-Nasen-Schutz, wie er auch für die Gäste vorgeschrieben ist – im geschlossenen Raum.

Regeln im Wildtierpark zum Schutz von Mensch und Tier

Sobald sie das offene Gelände betreten, dürfen die Besucherinnen und Besucher frei durchatmen unter Beachtung der Abstandsregeln. Wegen dieser Hygienevorgaben läuft der Betrieb noch nicht komplett in der gewohnten Weise. Die Vögel der Greifenwarte im Wildtierpark Edersee sind zwar in ihren Volieren und auf ihren Außenflächen zu sehen. Die Flugschauen bleiben aber ausgesetzt, weil sie Publikum in großer Zahl an einer Stelle zusammenbringen würden. Gleiches gilt für die Streichelgehege oder die Schaufütterungen bei Wolf, Luchs, Fischotter & Co.

Tobias Rönitz: Leiter des Wildtierparks Edersee.

„Unsere neuen Futterautomaten sind ebenfalls noch nicht benutzbar“, erklärt Parkleiter Tobias Rönitz. Viele Menschen würden im Verlauf eines Tages an die Drehknöpfe fassen. „Auch wenn wir Futtertüten zum Verkauf packen würden, würden diese durch mehrere Hände gehen“, begründet Rönitz die Einschränkung aus Hygienegründen. Nicht zuletzt besteht Unsicherheit, ob das Virus vom Menschen auf die Tiere übertragen werden könnte.

Nachwuchs und Neulinge im Wildtierpark Edersee

Tierpfleger Thomas Wagener freut sich mit „Odin“ auf dem Arm.

Genug zu sehen gibt es trotzdem. Als hätten sie´s gewusst, kamen einen Tag vor Wiedereröffnung zwei Wisentkälber zur Welt. „An einem Tag zusammen hatten wir das noch nicht“, sagt Tierpfleger Thomas Wagener.

Das liege vielleicht am Vater, dem neuen, jungen Bullen „Donas“. Sein 800 Kilogramm schwerer Vorgänger zog in einen anderen Park um. „So vermeiden wir Inzucht“, erklärt Wagener.

Es ist nicht der einzige Nachwuchs. Frischlinge tummeln sich im Wildschweingehege. drei Lämmer spielen bei den Schafen miteinander. „Alles kleine Böckchen in diesem Jahr“, stellt Wagener mit einem Schmunzeln fest.

Junglüchsin Anna.

Die neue Lüchsin „Anna“ Anna kann noch keine Jungen bekommen, denn sie ist gerade ein Jahr alt geworden. „Geschlechtsreif wird sie nächstes Jahr“, erklärt Thomas Wagener.

Aber: Anna habe im Gehege mit ihrem künftigen Gemahl „Anton“ eindeutig die Hosen an. Ihr Selbstbewusstsein äußert sich auch in einer geringen Scheu vor den Menschen und großer Neugierde.

Füchse merken auf im Wildtierpark Edersee

Ganz anders drauf sind in dieser Beziehung die Füchse. Ihr Verhalten wandelte sich während der besucherlosen Zeit deutlich, hat der Tierpfleger beobachtet:

„Sie zeigen sich sonst tagsüber kaum. In den letzten Wochen waren sie dagegen sehr viel draußen.“ Mit dem Eintreffen der Besucher werde sich das sicher wieder ändern. Deshalb gibt es schließlich die Möglichkeit, durch eine verspiegelte Glasscheibe unbemerkt von Meister Reineke einen Blick in den Fuchsbau zu werfen.

Mit großem „Määä-äää-ääh“ kommen dagegen die Ziegen auf die Besucherinnen und Besucher des Wildtierparks Edersee am Zaun zugelaufen. Und hier wird Corona-Leid zu halbem Leid. Die jüngsten Gästen dürfen noch nicht zum Streicheln hinein – und wegen des Fütterungsverbotes betteln die Ziegen meckernd vergeblich um einen Leckerbissen. Aber auch dieser beidseitige Verzicht wird nicht ewig dauern.

465 Besucher zugleich im Wildtierpark Edersee erlaubt

20 Quadratmeter pro Gast sind vorgeschrieben. Das macht laut Tobias Rönitz bei gut 3 Kilometern Weg von 3 Metern Breite 465 Besucher, die zugleich hinein dürfen. Zum Vergleich: An sonnigen Wochenenden zählt der Park 700 bis 1500 Besucher am ganzen Tag, an schönen Ostertagen bis zu 2000.

Von Matthias Schuldt

Der Urlaubsbetrieb in der Region Waldeck-Frankenberg soll langsam wieder anlaufen. Der Landkreis informiert Besucher und Betreiber über die strengen Regeln. 

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