Rauchschwalbe von Viehställen abhängig

Erste Schwalben in Waldeck-Frankenberg eingetroffen

Eine Rauchschwalbe, zu erkennen am rötlichen Kehlfleck.
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Eine Rauchschwalbe, zu erkennen am rötlichen Kehlfleck.

Die Frühlingssonne hat die ersten Schwalben herbeigelockt. Am Freitag gelangen gleich drei Beobachtungen von Rauchschwalben an der unteren Eder.

Waldeck-Frankenberg – Insgesamt waren es acht Vögel, die so früh aus Afrika zurückgekehrt sind. Die erste Beobachtung war schon einen Tag vorher Maik Sommerhage am Twistesee gelungen. Meistens erfolgen kreisweit die Erstbeobachtungen an der unteren Eder.

Über dem Fluss oder an den ehemaligen Kiesbaggerteichen können die Schwalben als Flugjäger bei noch kühlem Wetter am ehesten Insekten erbeuten. Bei den Rauchschwalben im Edertal handelte es sich durchweg um Männchen, die meist früher als die Weibchen eintreffen. Zu erkennen sind die Männchen an ihren längeren Schwanzspießen, den äußeren Steuerfedern.

Rauchschwalben treffen früher ein als Mehlschwalben

Die in Viehställen brütenden Rauchschwalben treffen früher ein als die unter Hausdächern nistenden Mehlschwalben. Durch den Rückgang der Viehhaltung in den Dörfern der Region ist der Bestand der Rauchschwalben besonders gefährdet.

Deshalb hat der NABU Edertal im vorigen Jahr den Bauernhof der Familie Jungermann in Mehlen als Schwalbenfreundliches Haus ausgezeichnet. In ihrem Stall brüteten 2020 nachgewiesen 37 Schwalbenpärchen. Ein Jahr zuvor waren es sogar 53.

Alljährlich erfasst Manfred Assmann den Schwalbenbestand in Königshagen. Er zählte 2020 in Summe 24 Rauchschwalben- und 105 Mehlschwalbennester. Der Großteil der Rauchschwalben brütete in nur einem Stall. Wenn in einem solchen Fall die Viehhaltung aufgegeben wird, wäre das ein großer Verlust für den gesamten Schwalbenbestand im Dorf, unterstreicht der Naturschutzbund. (Wolfgang Lübcke)

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