Beratungen über günstigere Lösung im Ausschuss:

160 000 Euro für neues Parkplatz-WC am Edersee sind Edertals Politikern zu viel

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Auch eine Idee, die aber nicht auf fruchtbaren Boden fiel: mobile Klos für den Sperrmauer-Parkplatz am Edersee.

Edertal – 160 000 Euro für eine Toilette: So viel, wie  im Haushalt angesetzt, wollen die Edertaler Gemeindevertreter keinesfalls in  neue WCs am Sperrmauer-Parkplatz stecken.

Der Planungsausschuss diskutierte über Wege, die Kosten zu senken. Die Kalkulation der Verwaltung beruht auf einer barrierefreien, gegen Sachbeschädigungen robusten Fertigbau-Anlage inklusive Wickeltisch und Heizung. Sie sollte an der Einfahrt des Parkplatzes errichtet werden, um kurze Anschlusswege zu erreichen, denn das neue Feuerwehrhaus steht mit Strom und Wasser nahebei.

Geht es günstiger, wenn man die Einheit nicht fertig von einer Spezialfirma liefern, sondern sie konventionell unter Beteiligung heimischer Firmen bauen lässt? „Nein, das nimmt sich in den Kosten am Ende nichts“, beantwortete der Ausschussvorsitzende und Architekt Markus Jungermann (SPD) diese aufkommende Frage. Als günstigsten Gegenvorschlag brachte er eine einzige barrierefreie Toilette für alle Geschlechter inklusive Wickeltisch und ohne Heizung ins Spiel – für den reinen Saisonbetrieb. Doch den meisten Ausschussmitgliedern erschien das angesichts des Ansturms an schönen Tagen im Sommer zu wenig.

Jörg Köhler (FWG) bezweifelte, dass Barrierefreiheit nötig sei: „Die Behindertenparkplätze befinden sich direkt an der Sperrmauer, wo barrierefreie Toiletten zur Verfügung stehen.“ Rainier Pfeffermann (Grüne) hielt im Namen des Seniorenbeirates dagegen. Karl-Heinz Schäffer (CDU) gefiele eine mobile Variante für die Saison, doch die Mehrheit ist gegen eine solche Baustellen-Lösung. Bürgermeister Klaus Gier lotste die Aufmerksamkeit auf den Unterhalt: „Eine üppig ausgestattete, aber nicht gepflegte Anlage bringt nur Beschwerden von Gästen.“

Er plädierte für WCs nach dem Muster von Autobahn-Parkplätzen: ohne Heizung, stählern möbliert. leicht zu pflegen. Andrea Claudy (CDU) richtete den Blick auf den Standort. Sie ist für WCs zentral auf dem Parkplatz, um für alle Parkenden den Weg kurz zu halten. Andreas Schaake (SPD) hält auch das Ende des Parkplatzes für eine sinnvolle Alternative, „denn es wollen alle zur Sperrmauer und würden automatisch dort vorbei kommen.“ Rainer Pfeffermann stimmte nur unter der Voraussetzung zu, „dass die Toilette groß ausgeschildert wird, sonst gehen die Leute an der Einfahrt weiter in die Büsche.“ Der Standort dort habe den Vorteil, dass er sofort ins Auge falle.

Der Ausschuss einigte sich auf ein reines Sommer-WC. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die Kosten für eine Anlage mit einer Herren-, einer Damen- und einer Behindertentoilette unter diesen Voraussetzungen zu ermitteln. Sie soll auch prüfen, ob der Standort zentral auf dem Parkplatz zu vertretbaren Anschlusskosten realisierbar ist. Er wird vom Ausschuss bevorzugt.

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