Automechaniker muss sich vor dem Amtsgericht Fritzlar verantworten

Gefährliche Überholmanöver zwischen Wellen und Geismar bringen saftige Geldstrafe ein

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Bad Wildungen. „Beziehungsschwierigkeiten im Straßenverkehr auszufechten sind eine ganz schlechte Idee. So was darf man nicht machen.“

Mit diesen Worten redete Richterin Corinna Eichler vor dem Amtsgericht Fritzlar einem 28 Jahre alten Mann ins Gewissen, der wegen Straßenverkehrsgefährdung und Nötigung angeklagt war.

Dafür muss er eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen. Da der Beschuldigte und die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig. Der Mann darf seinen Führerschein behalten.

Darauf ist er auch dringend angewiesen, weil der aus Rumänien stammende gelernte Automechaniker auf Montage als Maler, Putzer und Beschichter arbeitet und gut verdient. Er war nicht vorbestraft. Mit der Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50 Euro folgte das Gericht dem Antrag von Staatsanwältin Kliesch.

Die hatte dem Angeklagten vorgeworfen, er gabe am 15. August 2017 versucht, auf der Bundesstraße 253 zwischen Fritzlar und Bad Wildungen durch gefährliche Fahrten und riskante Überholmanöver das Auto seiner früheren Lebensgefährtin auszubremsen. Dabei sei er auch in den Gegenverkehr geraten. Er habe Leib und Leben der Lebensgefährtin und deren Sohnes gefährdet. Auch eine Zeugin habe er zum Bremsen gezwungen. „Viele Sachen stimmen nicht“, sagte der Angeklagte i zu den Vorwürfen. So habe er beispielsweise keine durchgezogenen Linien und keine Sperrflächen überfahren und er habe auch nicht vier Autos hintereinander überholt, beantwortete er die Fragen der Richterin, die ihm Bilder aus der Gerichtsakte vorhielt.

Er sei mit seiner Lebensgefährtin zum Einkaufen in Kassel gewesen, in Fritzlar sei dann jeder in sein Auto eingestiegen. Man habe sich vorher gestritten, weil sie „fremd gegangen“ sei, sagte der Mann. Sie habe wegen eines Streits um das Handy zur Polizei gehen wollen. Das, so erklärte er, wollte er verhindern, indem sie auf der Fahrt nach Bad Wildungen anhalte. Er habe mit ihr reden wollen. Sie habe ihn mehrfach überholt. In Bad Wildungen seien dann beide zur Polizei gegangen.

Zu einigen Details der Anklage sagte der Beschuldigte: „So was mache ich nie.“ Und später versicherte er zu dem, was er eingeräumt hatte: „Ich werde so was nie wieder machen.“

Die Staatsanwältin betonte: „Beim nächsten Mal ist der Führerschein sofort weg.“ Die Richterin sagte: „Sie sind doch ein ordentlicher Mann. So eine überflüssige Aktion machen wir nicht mehr. Sie haben mehr Glück als Verstand gehabt.“ (m.s.)

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