Mit knapper Mehrheit im Parlament beschlossen

Gemeinde Edertal baut Wohnmobilplatz in Hemfurth/Edersee aus

Erweiterung beschlossen: Der Wohnmobilplatz in der Kraftwerkstraße in Hemfurth wird ausgebaut. Foto: Jörg Schade

Edertal. Die Gemeinde Edertal wird ihren Wohnmobilstellplatz an der Kraftwerkstraße in Hemfurth-Edersee unabhängig von den aktuellen Planungen eines privaten Investors für einen weiteren Stellplatz am Rehbach ausbauen.

Die Gemeindevertretung bewilligte die Baukosten am Donnerstag mit knapper Mehrheit von 15 zu 12 Stimmen bei vier Enthaltungen. Insgesamt 30 000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit.

Der Platz befindet sich nach Darstellung des Gemeindevorstandes in gutem Zustand – allerdings ohne Wasser- und Energieversorgung. Abwasser kann dort entsorgt werden. Die Ausbaupläne sehen nun eine Energiesäule zur Versorgung von 12 Stellplätzen einschließlich Kassiersystem sowie eine neue Ver- und Entsorgungsstation mit Kassensystem vor.

Schon der Ausschuss Planen, Bauen, Umwelt tat sich laut Vorsitzenden Markus Jungermann (SPD) angesichts der Pläne am Rehbach schwer mit der Investition an der Kraftwerkstraße und gab bei Stimmengleichheit keine Empfehlung ab.

„Wir sehen diesen Platz nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum privaten Projekt am Rehbach“, betonte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Schaake. Er sei für den alten Ortskern enorm wichtig. „Wir sollten jetzt etwas für den Ort tun.“ Die Fraktion der Grünen fragte sich laut Silke Backhaus dagegen, ob es Sinn macht, den Ausbau weiterzuverfolgen oder besser abzuwarten, wie sich das Projekt am Rehbach entwickelt. „Wir sind jetzt erst mal dagegen“, sagte sie.

Bis 8000 Euro im Jahr

Der neue Platz am Rehbach sei frühestens 2020 fertig, entgegnete Heide Witte (FWG), auch Ortsvorsteherin in Hemfurth-Edersee. Sie hält es für angemessen, „dass sich jetzt in der Kraftwerkstraße etwas tut“.

Nutzer des Platzes an der Kraftwerkstraße zahlen derzeit sechs Euro pro Nacht für Fahrzeuge bis sechs Meter Länge und zehn Euro für mehr als sechs Meter lange Fahrzeuge. Das brachte der Gemeinde in den vergangenen Jahren Einnahmen zwischen 6000 und 8000 Euro pro Jahr. Die Bewirtschaftung erfolgt über einen geringfügig beschäftigten Mitarbeiter.

Nach dem Ausbau bei gleichzeitiger Bewirtschaftung durch einen Parkscheinautomaten, für den weitere 5000 Euro notwendig wären, würden sich die Einnahmen laut Gemeindevorstand bei etwa 8000 Euro einpendeln. Die Investitionssumme von rund 35 000 Euro würde sich auch ohne Erhöhung der Stellplatzgebühren in fünf Jahren amortisiert haben.

Von Jörg Schade

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