Zentrale Forderung der Wassersportgemeinschaft beim Info-Abend

Gleiches Recht für die Anlieger von Edersee und Weser

Wirklichkeit und Wunsch: Wie oben an der Ruine Bericher Hütte präsentiert sich der Edersee dieser Tage, so wie unten (Rehbach) sollte er sich in jedem Sommer zeigen, sagen die Fans. Fotos: H.-W ilhelm Hilberg

Edersee. Mehr als 250 Gäste kamen zum Edersee-Informationsabend der Wassersportgemeinschaft ins Hemfurther Bürgerhaus. Wegen des großen Andrangs stellten die Organisatoren zusätzliche Stühle.

Vorsitzender Winfried Geisler zog für die 2012 vereinbarte „Triggerlinie“ (Absenkung des Weserpegels bei Hann. Münden um 5 Zentimeter in Zeiten von Wasserknappheit) eine ernüchternde Bilanz. Wenn überhaupt, habe der Edersee nur marginal von dieser Lösung profitiert. Der Einsparzeitpunkt sei so spät gewählt, dass die Regel zumeist erst ab acht Metern oder mehr unterhalb des Vollstaus greife. 2017 kam diese Einsparung nicht zum Tragen.

Schwacher Edersee

In den zurückliegenden 15 Jahren seien fünf extrem trockene Sommer verzeichnet. Zwar gebe es keinen Beweis, dass der Klimawandel Ursache sei, doch liege die Vermutung nahe, dass sich dieser Trend stabilisiere, meinte Geisler. Die Zuflussmenge sank in einem Jahrzehnt um ein Viertel, unterstrich er und forderte die Verantwortlichen auf, unbedingt . zu reagieren. „Wenn der See weniger Wasser bekommt, kann er weniger Wasser abgeben.“

Da das Volumen des Edersee sogar in einem normalen Jahr um 31 Prozent zu gering sei, um die Oberweser ganzjährig schiffbar zu halten und da auch aus anderen Einzugsgebieten der Oberweser Rückgänge zu verzeichnen seien, habe dies zur Folge, dass der Edersee früher und größere Mengen an die Weser abgeben müsse. „Damit ist der Edersee vor Saisonbeginn fast leer“, schloss Geisler.

RP und Ministerium

Unterwegs ist eine Stellungnahme an den RP Kassel zum dritten Landesentwicklungsplan (LEP) Hessen 2000. Hierin fordert die WSGE, die bestehenden Ausführungen „Schiffsverkehr und Häfen“ der Oberweser ersatzlos zu streichen, denn der Ausbau der Oberweserschiffahrt ohne Staustufen markiere aus Sicht der WSGE das Ende der Ferienregion Edersee. Die touristischen Belange der Edersee-Region seien als Grundsatz der Raumordnung im LEP zu benennen.

An den Staatssekretär Ferlemann vom Bundesverkehrsministeriums ist ein Antrag zur Aufnahme in das neu aufgelegte Bundesprogramm Blaues Band Deutschland gesandt. Innerhalb dieses Programms werden Nebenwasserstraßen wie Edersee-Fulda-Oberweser vorrangig Wassersport, Freizeitnutzung und Naturschutz gewidmet. Damit verbunden wären eine zeitnahe Änderung der Prioritäten des Wasserstraßen- und -schifffahrtsamtes und eine langfristige Absicherung der Nutzbarkeit des Edersees.

Petition: Echo mäßig

Die WSGE hat überdies im Internet eine Online-petition gestartet unter www.openpetition.de/!edersee. 8000 Unterschriften kamen bislang zusammen, doch die Organisatoren sind mit der Resonanz noch nicht zufrieden und baten das Publikum, im Bekannten-, Freundes- und Familienkreis für die Teilnahme zu werben.

Zweifel am Gesetz

Die Bürgermeister von Waldeck, Jörg Feldmann, und Bad Wildungen, Volker Zimmermann, sagten bei der Versammlung Unterstützung zu. Beide berichteten kurz über die seitens der Verwaltung unternommenen Schritte. Obwohl Jörg Feldmann auf dem Klageweg vor Gericht schon eine Niederlage zum Edersee-Wasserstand erlitten hat, will die WSGE prüfen, ob Behauptungen und Interpretationen stimmen, das Talsperrengesetz schreibe die Stützung der Oberweser gar nicht vor. (r)

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