Kultbude "Holy Moly"

Anraffs "Heiliger Strohsack" trotzt dem Kneipensterben auf dem Land

Bier aus dem Motor: Wirt Bernd Völker trotzt dem Kneipensterben mit Charme und Ideen. Foto: Peter Fritschi

Edertal-Anraff. Im Edertal gibt es seit zwei Jahren eine Kultkneipe – das „Holy Moly“. Das Lokal, dessen Name übersetzt soviel heißt wie „Heiliger Bimbam“ oder „Heiliger Strohsack“ trotzt dem Kneipensterben.

Der Wirt Bernd Völker hat die ehemalige Dorfdiskothek „Grammophon“ komplett umgebaut und mit einem Hang zur Nostalgie eingerichtet.

 In dem Lokal finden sich Erinnerungen an das alte Bad Wildunger Astoria-Kino und die Wandelhalle vor ihrem letzten Umbau. Kristallleuchter aus der Villa „Frieda“ zieren Wände und Decken. Uralte Transporttruhen und Überseekoffer wurden zu Sitzmöbeln gestylt. 

Handgeformte Dachziegel, vermutlich aus der Anraffer Ziegelei, und Bruchsteine aus der Wildunger Stadtmauer wurden verbaut – den Umbau erledigte Völker größtenteils in eigener Regie. „Ich bin von Natur aus ein ehrgeiziger Malocher mit vielen Ideen“, sagt er mit einem Schmunzeln. 

Das Schmuckstück ist der Vierzylindermotor einer 1000-er Honda, der umgebaut, in die Theke integriert und mit Zapfhähnen versehen wurde. Zu all diesen Unikaten erzählt der Wirt gern spannende Geschichten.

Zum Geheimtipp in der Region wurde das „Holy Moly“ inzwischen für seine Kulturveranstaltungen. Regelmäßig finden Hutkonzerte statt. Das nächste ist am 25. Dezember geplant: Drei Rockgruppen treten auf, der Erlös ist für den „Brottopf“ der Grundschule Edertal bestimmt.

Von Peter Fritschi

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