Zum zweiten Mal nach 2018

Hirsch auf Nationalpark-Kreisverkehr nahe Edersee: Geweih geraubt

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Der verstümmelte Hirsch auf dem Verkehrskreisel Ende 2018. So sieht er jetzt wieder aus.

Der steinerne Hirsch im Zentrum des Nationalpark-Kreisverkehrs Lieschensruh nahe dem Edersee ist erneut seiner Geweihstangen beraubt.

  • Der steinerne Hirsch auf dem Verkehrskreisel Lieschensruh nah Edersee hat seit Ende Juni kein Geweih mehr
  • Die eine Geweihstange lieferte die Polizei bei der Gemeinde ab
  • Von der zweiten Hälfte des Geweihs fehlt jede Spur
  • Bereits 2018 war das Geweih schon einmal gestohlen worden

Im Zuge der Mehlener Kirmes-Nachfeier waren sie 2018 gestohlen und erst nach langem Hin und Her vom ermittelten Langfinger herausgerückt worden. Der aktuelle Fall gibt der Gemeinde ein schwierigeres Rätsel auf, denn anders als im Vorvorjahr veröffentlichte wohl niemand im Internet ein passendes Handyfilmchen von Sachbeschädigung oder Diebstahl.

So viel steht fest: Wieder spielte sich das Geschehen im zeitlichen Umfeld der Mehlener Kirmes ab – obwohl das Traditions-Dorffest offiziell wegen Corona abgesagt war.

Hirschgeweih verschwindet nach der inoffiziellen Mehlener Corona-Mini-Kurzkirmes 

Gleichwohl schmückte das Kirmesteam am letzten Juni-Wochenende Ederbrücke und Hauptstraße mit Birkenbäumchen, organisierte für den Samstag ein Ständchenspielen inklusive Masken sowie Abstandsregeln und ließ den Tag am Ederufer unter Corona-Vorgaben ausklingen.

Am Sonntagnachmittag, einen Tag später, entdeckte eine Polizeistreife gegen 16.30 Uhr, dass eine der beiden Geweihstangen zu Füßen des Hirsches lag, geschmückt mit buntem Krepp-Papier, berichtet die Wildunger Station auf Nachfrage. Die zweite Stange habe sich an ihrem Platz befunden. Die Polizei ging davon aus, dass es sich um keine vorsätzliche Beschädigung handelte, nahm die gefallene Hälfte des Geweihs mit und übergab sie an die Gemeinde Edertal.

„Am Samstag war alles noch in Ordnung, sonst hätten wir das bemerkt“, erläutert Alexander Fischer, Vorsitzender des Mehlener Kirmesvereins. Am Sonntag oder Montag sei auch ihm das Fehlen der ersten Stange aufgefallen. Einige Tage später habe er bemerkt, dass auch die zweite verschwunden war: „Ich ging davon aus, dass die Gemeinde sie abgeholt hat, um das Ganze wieder zu reparieren.“

Gemeinde Edertal vermisst zweite Hälfte des Hirschgeweihs

Doch dem ist nicht so, teilt die Gemeindeverwaltung auf Anfrage mit und fragt sich nun, wann genau die zweite Hälfte des Hirschgeweihs abhanden kam. Der Bauhof überlege zudem, „wie wir mit dem Künstler zusammen eine Lösung finden“, sagt Uli Klein von der Verwaltung. Er erinnert sich, dass der Kreisel wiederholt ein Ziel fürs Geocaching gewesen sei; für die „Schatzsuche“ per Handy und Satellitenortung nach eigens versteckten Dingen.

Das Dilemma für die Gemeinde: Es handelt sich um echte Geweihstangen, die einst ein Hirsch im Wildpark Edersee abwarf. Zwei neue, zueinander gehörende zu finden, sei nicht so einfach, sagt Klein. Sie zu befestigen ebenfalls nicht. Das Wiederankleben mit Epoxidharz und einer eingesetzten Gewindestange als stabilisierendem Element hielt als Reparaturmethode kein Jahr vor.

Einem echten Hirsch bei Waldeck am Edersee wäre sein Geweih fast zum Verhängnis geworden, doch er wurde gerettet.

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