Harfenklang, Kurende-Chor und Sopran-Solisten

Höchster Musikgenuss beim Kleinerner Adventskonzert á la "Chörchen"

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In perfekter Harmonie: Mitwirkende beim Adventskonzert in Kleinern waren auch Sybilla Mahfoud (Harfe) und ihre Schwester Maria (Gesang). 

Stehende Ovationen am Ende: Das Publikum war beim Adventskonzert in der früheren Tradition des "Chörchens" in der Kleinerner Kirche begeistert. 

Begonnen hatte das Musikerlebnis unter Leitung von Karin Bergmann mit dem „Thema con Variazioni“, einem Konzert für Harfe von Georg Friedrich Händel. Die junge Harfenistin Sybilla Mahfoud interpretierte es mit Hingabe und großer Einfühlsamkeit. Sie zupfte die leisen und wohlklingenden Töne in die Saiten ihres Instrumentes. 

Später war die Harfenistin noch einmal gemeinsam mit ihrer Schwester Maria Mahfoud zu hören, die aus Griechenland angereist war und das Publikum zum Harfenspiel der Schwester mit ihrem bis in die höchsten Höhen glockenreinen Sopran und wohlklingender Stimme erfreute: Max Regers Wiegenlied und „Près D ùn Berceau“ von Henriette Renie ließen die Zuhörenden spüren, wie eng die Schwestern technisch und mental verbunden sind.

Erfreuliche und gelungene Harmonie mit dem Chor

Erfreulich war es auch dem von Bad Wildungens Altkantor Klaus Peter Meyer (Lüneburg) am Piano begleiteten Sopransolo von Ute Fleischhut (Erlangen) zuzuhören. Sie fand in Johann Ritter von Herbecks „ Pueri Concinite“ zu erfreulicher und gelungener Harmonie mit dem Chor.

Ein Sopran-Duo mit Maria Mahfoud und Ute Fleischhut – begleitet von der Harfe – stammt aus der Feder Adophe Adam und wurde von den Sängerinnen in hervorragendem Miteinander vorgetragen, vortrefflich ergänzt durch den Harfenklang.

Ein Kurende-Chor, wie er vor allem im 15. Jahrhundert in protestantischen Regionen mit seinen Liedern von Haus zu Haus zog und Spenden erbat, sang einen Canon, in den das Publikum gerne mit einstimmte. Später standen ein Magnificat von Jaques Berthier und „Es ist ein Ros entsprungen“ in einer zeitgenössischen Chorversion von Oiver Gies auf dem Programm des Ensembles.

Das Konzert weckte beim Publikum den Wunsch nach Fortsetzung

Die Sängerinnen und Sänger gefielen mit bewundernswerter Chordisziplin, auffallender Sangesfreude und gelungener Interpretationsharmonie; dies umso erstaunlicher, hatte doch das zusammen gewürfelte Ensemble von 16 Stimmen nur ganz kurze Zeit, um mit ihrer Chorleiterin Karin Bergmann das Repertoire einzustudieren.

Sehr gelungen war auch das „Dona pacem Domine“ (Gib Frieden Herr) des 1957 geborenen Komponisten Manfred Bühler mit Chor, Streichern, Piano und Harfe: ein Fest schöner Stimmen mit fein abgestimmter orchestraler Begleitung.

Zwischen den Musikstücken las Pfarrer Andreas Schütz Psalme und Geschichten, nach dem von Pfarrerin Sarah Bernhard gesprochenen Segen sangen alle zusammen zum Ausklang „O du Fröhliche“.

Beim Publikum weckte der Ausklang den innigen Wunsch nach Fortsetzung in den nächsten Jahren. 

Von Werner Senzel

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