Einstimmiger Beschluss der Edertaler Gemeindevertreter:

Kita-Besuch ab 1. August auch in Edertal gratis mit Einschränkungen

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Es ist angerichtet: Drei- bis sechsjährige Edertaler Kinder besuchen in der Kernzeit ab dem neuen Kindergartenjahr die Kita oder den Kiga, ohne dass Gebühren für die Familien anfallen.

Edertal. Entlastung für die Konten junger Edertaler Eltern ab 1. August: Kinder zwischen drei und sechs Jahren besuchen dann die Kita oder den Kiga, ohne dass Mamas und Papas Gebühren dafür zahlen.

Einstimmig haben die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung die Gebührensatzung für die Edertaler Kindereinrichtungen entsprechend geändert. Bei Mädchen und Jungen unter drei Jahren bleibt aber alles beim Alten.

Auch umfasst die Gratis-Regelung ausschließlich die so genannte „Grundbetreuung“ zwischen 7.30 und 13.30 Uhr, unabhängig vom Alter des Kindes. Die Gebühren für die Zeiten zwischen 7 und 7.30 Uhr (früh), mittags zwischen 13.30 und 15.15 Uhr sowie nachmittags zwischen 15.15 und 17 Uhr bleiben bestehen.

Die Gemeinde richtet sich damit 1:1 am Gesetz des Landes Hessen zu kostenlosen Kindergartenplätzen und dem Rechtsanspruch der Eltern darauf aus.

Die SPD hatte im vorbereitenden Ausschuss versucht, bei den verbleibenden Gebühren eine Staffelung nach Einkommen der Eltern einzurichten. Andreas Schaake erläuterte für die Sozialdemokraten im Parlament noch einmal den Hintergrund:

„Wir wären für niedrigere Einkommen auf eine Entlastung von 120 Euro pro Jahr gekommen. Beispielsweise für eine Alleinerziehende kann das eine Menge Geld sein.“ Weil der Vorstoß jedoch schon im Ausschuss keine Mehrheit fand, stimmte die SPD im Parlament mit den übrigen Fraktionen für die neue Satzung.

Interessiert verfolgen die Abgeordneten und der Gemeindevorstand in den nächsten Monaten die Entwicklung an den Edertaler Kindertagesstätten. Während vor nicht allzu langer Zeit noch Spekulationen kreisten, welche Einrichtung mangels Nachfrage bald schließen müsste, sind die Kitas inzwischen auf Jahre hinaus gut ausgelastet. Kinder unter drei Jahren, die vermehrt angemeldet werden, spielen ebenso eine Rolle wie leichte Zuwächse in den Geburtenraten.

„Wer weiß, wie viele Edertaler Eltern ihre Kinder jetzt wieder bei uns anmelden, weil der Gebührenvorteil in einer Wildunger Einrichtung in der Nachbarschaft nicht mehr besteht?“, brachte Bürgermeister Klaus Gier zudem als Aspekt ein. Mancher erwartet, dass Eltern die gewonnenen, finanziellen Spielräume eventuell nutzen, jüngere Geschwister früher als geplant in der Kita anzumelden. Auch wenn für Kinder unter drei Jahren weiterhin gezahlt werden muss. Unklar ist, ob die neue Regelung auf längere Sicht den Edertaler Haushalt höher belastet.

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