Wie Annemarie Achterberg die Organisation „Ethopia Arise“ unterstützt

Edertalerin näht Corona-Masken, um Spenden zu sammeln gegen Corona in Äthiopien

Annemarie Achterberg näht in Edertal-Bergheim Corona-Mund-Nasenschutz für „Ethopia Arise“.
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Hobby für gute Zwecke intensiv betrieben: Annemarie Achterberg an ihrer Nähmaschine beim Fertigen von Corona-Mund-Nasenschutz.

Es gibt ungezählte Initiativen zum Nähen von Corona-Masken, doch nicht viele laufen vor so einem speziellen Hintergrund wie die von Annemarie Achterberg aus Bergheim: zu Gunsten der Hilfsorganisation „Ethopia Arise“.

  • Aneemarie Achterberg aus Edertal-Bergheim hat 900 Euro Spenden eingenommen durch das Nähen von Corona-Masken für den guten Zweck
  • Die Einnahmen gehen an die Hilfsorganisation „Ethopia Arise“ des gebürtigen Bergheimers Klaus Betz
  • Von dem Geld wurden Lebensmittelpakete für Familien in Addis Abeba gekauft

Bergheim – In ihrem Elternhaus übernachtete im August 2019 der Kinderchor der Hilfsorganisation „Ethiopia Arise“ mit Betreuerinnen und Betreuern sowie dem Gründer der Organisation Klaus Betz. Im selben Haus fand auch die Idee, Masken für Spenden zu Gunsten dieses Projektes zu nähen, ihren Ursprung. „Unsere Mieter fragten mich nach einem selbst genähten Corona-Mundschutz für ihre Mutter“, erinnert sich Annemarie Achterberg an den Anfang. Seinerzeit waren Masken in den Geschäften nicht zu bekommen. Kaum hatte Achterberg Masken für ihre Mieter genäht, fragten Nachbarn nach.

Dann kam die Maskenpflicht. „Von überall kamen Nachfragen“, sagt die Krankenschwester und Hobbynäherin, die auch ihre Kollegen und deren Angehörige mit Mundschutz versorgte. Der Chefarzt in ihrer Klinik besorgte sich Corona-Masken für seine Familie und später für die Sekretärinnen. Kleine Firmen orderten Mundschutz für die Angestellten. Annemarie Achterberg entschloss sich, die „Aufträge“ anzunehmen und so Spenden für einen guten Zweck zu sammeln.

Nach 150 selbst genähten Corona-Masken fehlte es an allem

Doch nach 150 genähten Corona-Masken fehlte es an allem. Eine Nachbarin spendete Stoff, eine Bekannte aus Bayern schickte Material nach Edertal-Bergheim.

Viele durchsuchten die Nähkörbe der Oma nach Gummiband. „Gummilitze war gar nicht zu bekommen“, sagt die fleißige Hobbynäherin. Kurzerhand wurden alte Bettwäsche und nicht mehr getragene Oberhemden zu Masken verarbeitet.

Annemarie Achterberg ist dabei aufgefallen, dass Männer für die Corona-Masken aus Edertal-Bergheim eher einfarbige, dunkle Stoffe bevorzugen, Frauen dagegen bunte, geblümte oder mit unterschiedlichen Motiven. Auch die Stoffe für die Kinder waren hell und bunt.

Mit der großen Nachfrage nach Corona-Masken aus Edertal-Bergheim wurde es fast zu viel

Insgesamt nahm Achterberg auf diese Weise fast 900 Euro an Spenden ein. Schon bald entschied sie, dass sie das Geld an die Organisation „Ethiopia Arise“ spenden würde. „Ich kenne Klaus Betz persönlich und ich weiß, dass das Geld vor Ort ankommt“. Ganz ehrlich gibt sie heute aber auch zu:

„Zeitweise war die Nachfrage so groß, dass es mir fast zu viel wurde“. Dennoch ist sie für die zahlreichen Spenden sehr dankbar und freut sich, dass von dem Geld Lebensmittelpakete für Familien gekauft wurden.

In Äthiopien raubt Corona vielen Müttern die Arbeit

Aus Addis Abeba berichtet Klaus Betz von der Corona Lage und wie sie den Alltag dort verändert hat. Mit dem Corona-Lock Down wurden die Schulen geschlossen und das Kinderhaus von „Ethiopia Arise“ darf derzeit die über 150 Schützlinge nicht betreuen. „Wir leiden hier in Äthiopien unter der Krise und viele Mütter haben ihre Jobs als Tagelöhner verloren“, schreibt Betz in einer E-Mail. „Seit vier Monaten haben wir uns auf Lebensmittelpakete konzentriert damit die Kinder und Familien genug zu essen haben.“

Lebensmittelspenden werden in Äthiopien gebraucht.

Ein Lebensmittelpaket mit Grundnahrungsmitteln kostet etwa 20 Euro, die die Organisation pro Monat und Familie aufbringen muss. Das reiche bei vielen Müttern jedoch nicht, da die Mieten hoch sind und Klaus Betz mit seiner Hilfsorganisation eingreifen musste, damit sie nicht aus ihrer Wohnung geworfen wurden. „Insgesamt haben wir schon weit über sieben Tonnen Lebensmittel an 140 bedürftige Familien verteilt“, erklärt Betz.

Spenden aus Edertal-Bergheim reichen für 45 schwere Lebensmittelpakete

Durch die Aktion „Masken für Ethiopia Arise“ kamen rund 900 Euro zusammen, wovon 45 schwere Lebensmittelpakete gekauft werden konnten. Darüber freut sich Klaus Betz ganz besonders, denn in einer durchschnittlichen Familie, die meist von einer alleinerziehenden Mutter versorgt wird, leben etwa drei bis fünf Personen. Die kreative Aktion von Annemarie Achterberg hat Klaus Betz, der in Böhne geboren wurde, sehr berührt. Denn die Nahrungsmittel und Hygieneartikel können durch die Patenschaften, über die sich die Hilfsorganisation überwiegend finanziert, nicht allein bezahlt werden.

Ansprechpartnerin für Informationen über „Ethiopia Arise“: Gabriele Peter-Berthold, Telefon: 05623-1045; Spendenkonto: Ethiopia Arise e.V., Iban: DE 36 100 100 100 577 845 103; BIC: PBNKDEFF. (Sabine Degenhardt)

Vor rund einem Jahr war der Kinderchor von „Ethiopia Arise" zu Gast in Edertal.

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