Baubeginn im nächsten Frühjahr

Sperrmauer als Vorbild: Pläne für Besucherzentrum am Edersee vorgestellt

Neubau nach Vorbild der Staumauer: Das geplante Besucherzentrum mit Blickrichtung von der Talsperre.
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Neubau nach Vorbild der Staumauer: Das geplante Besucherzentrum mit Blickrichtung von der Talsperre.

Im nächsten Frühjahr ist Baubeginn für das geplante Besucher-Informationszentrum am Edersee

  • Im nächsten Frühjahr ist Baubeginn für das geplante Besucher-Informationszentrum am Edersee.
  • Der 2 Millionen Euro teure Neubau am Sperrmauervorplatz orientiert sich vom Umriss her an der Edertalsperre.
  • Der Korbacher Architekt Christoph Hesse stellte die Pläne für das Projekt vor, dessen Umsetzung seit zwölf Jahren diskutiert wird.

Das geplante Besucher-Informationszentrum an der Sperrmauer – seit zwölf Jahren ein heiß diskutiertes Thema – rückt in greifbare Nähe. „Die Baugenehmigung ist in Aussicht, wir sind im finalen Stadium“, sagte Bürgermeister Klaus Gier gestern im Dorfgemeinschaftshaus in Giflitz. Der Korbacher Architekt Christoph Hesse stellte die Pläne vor.

Die Idee: Besucher können ein Stück Sperrmauer am Edersee erleben

An der Stelle der Toilettenanlage auf dem Sperrmauervorplatz ist der Neubau geplant. Sein Umriss orientiert sich an der Talsperre. „Virtuell haben wir ein Teil der Mauer herausgeschnitten und als Hauptelement aufgenommen,“ erläuterte Hesse. Die Idee dahinter: „Besucher können ein Stück Mauer erleben.“ Das vermittelt die Architektur, aber auch die geplante Projektion zur Edersee-Geschichte.

Auf einem Grundriss von 12 mal 25 Metern entstehen Räume im Erdgeschoss für das Besucherzentrum und im Stockwerk darunter für eine Ausstellung über die Edersee-Geschichte. Der zehn Meter hohe Turm ist von weitem Blickfang. Er ist so groß, dass im Inneren eine Begehung möglich wäre – das ist aber vorerst aus Kostengründen kein Thema. Ein großes Panoramafenster wird ausgerichtet auf die Sperrmauer.

Sperrmauervorplatz kann während der Bauarbeiten weiter genutzt werden

„Der Bauantrag ist in Bearbeitung“, sagte Hesse. Der Entwurf sei hinsichtlich Brand- und Denkmalschutz abgestimmt mit den zuständigen Behörden. Das Betongebäude soll zur Umgebung passen und einen Bezug zur Mauer herstellen – auch beim Farbton.

Über ein Interessenbekundungsverfahren hatten Firmen Gelegenheit, sich für die unterschiedlichen Gewerke zu bewerben. „Baustart ist im Frühjahr des nächsten Jahres.“ Hesse rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.

„Wir haben ausdrücklich in Kauf genommen, dass sich die Bauarbeiten über die Saison hinweg erstrecken“, merkte Bürgermeister Gier an. Der Sperrmauervorplatz könne weiter genutzt werden, er soll nur im Baubereich abgesperrt sein. Mit größeren Einschränkungen rechnet der Architekt beim Aquapark, der insbesondere während der Rohbauarbeiten nicht zugänglich sei.

Land Hessen finanziert den Löwenanteil

Das Besucher-Zentrum kostet rund 2 Millionen Euro brutto. Die Gemeinde Edertal und der Landkreis Waldeck-Frankenberg zahlen jeweils 200 000 Euro, sagte Gier. Der Restbetrag komme vom Land Hessen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Regionale Entwicklung“.

Die Geschichte des Edersees können Besucher im unteren Stockwerk erleben. Uli Klein, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, schöpft aus seinem reichhaltigen Fundus aus 30-jähriger Beschäftigung mit der Edersee-Geschichte. Allein 1000 Bilder hat er zusammengetragen. Leider gebe es außer einer verfallenen alten Lohre keine Exponate aus alten Zeiten.

Um die Geschichte dennoch erlebbar zu machen, setze die Gemeinde auf Projektionsmapping. Statischen Bildern wird visuell neues Leben eingehaucht, Wasser plätschert, und die Seilbahn zum Transport der Baumaterialien auf alten Fotos wird per optischer Illusion zum Laufen gebracht.

Auf Zeitreise in Geschichte des Edersees mit 3-D-Projektion

Verschiedene Phasen sollen in 3-D-Projektion in Szene gesetzt werden – von der Zeit vor dem Bau der Talsperre über die Bauarbeiten, den Bau der Kraftwerke, Bombardierung und Wiederaufbau sowie den Bau des Kavernenkraftwerks Waldeck II.

Auch um die Mauersanierung vor 30 Jahren geht es und die Entwicklung zum heutigen Edersee mit Weltnaturerbe, Nationalpark und die Bedeutung für den Tourismus.

„Die Präsentation ist ähnlich wie bei der Grimm-Welt in Kassel“, vergleicht Klein. „Sie kommt ohne Kommentar aus, nur visuell und akustisch.“ Ein Vorteil: Besucher können jederzeit in die 20 bis 30-minütige Zeitreise einsteigen. Für die technische Umsetzung sind drei Unternehmen in der engeren Wahl, die europa- und weltweit führend seien

Vogelperspektive: Das Besucherzentrum mit seinem auffallenden Turm.
Neubau nach Vorbild der Staumauer: Das geplante Besucherzentrum mit Blickrichtung von der Talsperre.

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