Das Winter-Sturmtief Friederike und die Folgen

Mehlener Nassholzlagerplatz lockt rasch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten an

Viele durchaus reizvolle Ein- und Ausblicke wie diesen Regenbogen gewährt der Nassholzlagerplatz bei Mehlen. Spezialisierte Tier- und Pflanzenarten haben ihn und das Umfeld schnell für sich erschlossen. Fotos: Schuldt/www.dirkpfuhl.de/Archiv

Mehlen. Binnen weniger Wochen haben spezialisierte Pflanzen- und Tierarten den Nassholzlagerplatz zwischen Giflitz und Mehlen als Lebensraum für sich entdeckt, beobachtet Björn Weltecke vom Forstamt Vöhl.

Ufer- und Sumpfspezialisten wie Hahnenfußgewächse, Volksmund auch „Butterblumen“ genannt, bilden gelb-grüne Blüten- und Blatt-Teppiche in den großen und kleinen Lachen.

Dem Borkenkäfer mag das feuchte Holz zwar nicht schmecken - das ist der Grund für die Beregnung - aber andere Insektenarten tummeln sich zu Myriaden am Lagerplatz. Rauchschwalben fliegen tief über die aufgeschichteten Stämme hinweg, nicht weil das Wetter schlecht würde, sondern weil der Tisch reich für die jagenden Flugkünstler gedeckt ist.

Amphibien, zuvorderst Wasserfrösche, langen am Boden in den künstlichen Tümpeln ebenfalls gerne zu. sie machen sich auch tagsüber durch ihr Quaken bemerkbar.

Da sind die Edertaler Adebare nicht weit, die sich in einem anscheinend eher mäusearmen Jahr in der Nähe des Lagerplatzes an Insekten wie Lurchen und anderen Kleintieren schadlos halten. Das Jagdrevier am Lagerplatz kommt in dieser Brutsaison gerade recht, um die Überlebenschancen der drei geschlüpften Jungvögel zu erhöhen.

„Wir sehen die Störche hier regelmäßig“, sagt Weltecke. Wer genau hinschaut, entdeckt eine weitere „Anwohnerin“, die sich selten in der Öffentlichkeit zeigt.

Weltecke beobachtete mehrfach an einem Stapel alter Rohrleitungen eine Schlange mit auffälliger Zeichnung: Dass es sich um eine Kreuzotter, die einzige in Deutschland beheimatete Giftschlangenart handelt, ist allerdings eher unwahrscheinlich, sagt Wolfgang Lübcke vom Edertaler NABU: „Bislang gibt es dafür in unserer Region keine gesicherten Nachweise. Die bei uns heimische Schlingnatter sieht jedoch ganz ähnlich aus.“ Im Gegensatz zur Kreuzotter verfügt sie über kein Gift, steht aber gleichermaßen wie die bekanntere Otter (oder Viper) streng unter Naturschutz.

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