Museums-Verein plant umstrittenes Gedenken zur Edersee-Bombardierung

Edertal. Die „internationale Gedenkveranstaltung“ zur Zerstörung der Edertalsperre am  Donnerstag hat im Vorfeld zu einer Auseinandersetzung zwischen Organisator Oliver Köhler und Edertals Bürgermeister Klaus Gier geführt.

Ab 11 Uhr nehmen am Donnerstag unter anderen Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Musiker der britischen Armeee auf dem Sperrmauervorplatz an der von Köhler organisierten Veranstaltung teil.

Doch ausgerechnet die Gemeinde Edertal kritisiert die Veranstaltung mit Vertretern der hessischen Landesregierung und internationalen Gästen. Die Gemeinde wurde damals von der Flut verwüstet. Der Organisator der Gedenkveranstaltung, Oliver Köhler, kommerzialisiere tragische Kriegsereignisse, sagt Klaus Gier (FWG), Bürgermeister von Edertal. Köhler betreibt ein Museum zur Staumauer-Bombardierung. Der Museumsmacher wiederum wirft Gier und anderen Politikern vor, nicht am Gedenken für die Opfer der eigenen Gemeinde teilzunehmen.

Bürgermeister Klaus Gier bleibt der Gedenkfeier bewusst fern. Statt dessen spricht er bei der offiziellen Trauerandacht zur Bombardierung am Donnerstag, ab 17 Uhr, in der Affolderner Kirche, die durch die Flut am 17. Mai 1943 zerstört und Anfang der 1950er Jahre wiederaufgebaut wurde. 

Gier, der selbst in Affoldern aufgewachsen ist, begründet seine Entscheidung in einer Pressemitteilung: Oliver Köhler kommerzialisiere tragische Kriegsereignisse. Das von Köhler betriebene Museum zur Staumauer-Bombardierung belegt das aus Giers Sicht: „Seine besondere Art, die Zerstörung der Sperrmauer darzustellen, wird in Edertal sehr kritisch gesehen.“ Auch Köhlers Bemühungen, Besucher zu werben, sei es durch persönliche Präsenz am Sperrmauervorplatz, auf der Talsperre oder mit dem Anbringen von Plakaten und Markierungen auf öffentlichen Straßen, Mauern und an Wänden verursachten immer wieder Ärger. Köhler arbeitet auf seinen Plakaten mit Fotomontagen, die viele Edertaler als reißerisch empfinden. Sie zeigen einen abfliegenden Bomber groß im Bildvordergrund mit dem Loch in der Sperrmauer im Hintergrund.

 „Ich kenne persönlich einige Zeitzeugen, die sich verständlicherweise für eine Gedenkveranstaltung im Sinne von Herrn Köhler nicht begeistern können“, schließt Klaus Gier Der Museumsmacher, der in der Vergangenheit wegen der von ihm verwendeten Bilder und Texte auch mehrfach in Streitigkeiten um Urheberrechte verwickelt war, wirft Gier und anderen Politikern vor, nicht am Gedenken für die Opfer der eigenen Gemeinde teilzunehmen.

Die britische Royal Air Force bombardierte die Edertal-Staumauer in der Nacht zum 17. Mai 1943. Mit einer speziell entwickelten hüpfenden Bombe traf sie die Sperre. Durch das Loch strömten Wassermassen ins Edertal und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Genaue Angaben über die Zahl der Opfer gibt es nicht, es sollen aber mindestens 47 Menschen gestorben sein. (lhe/su)

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