Jasmin Höhne mit Note 1,0

Edertalerin will nach Traumabi durchstarten im Beruf

Handwerk statt Studium: Jasmin Höhne beginnt eine Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin. Ihre Physik- und Mathematikbücher, die die beste Abiturientin des GSG zum Schulabschluss gewonnen hat, sollen trotzdem kein Schattendasein im Bücherschrank fristen.
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Handwerk statt Studium: Jasmin Höhne beginnt eine Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin. Ihre Physik- und Mathematikbücher, die die beste Abiturientin des GSG zum Schulabschluss gewonnen hat, sollen trotzdem kein Schattendasein im Bücherschrank fristen.

Die beste Abiturientin des Bad Wildunger Gustav-Stresemann-Gymnasiums kommt aus Giflitz: Jasmin Höhne baute ihr Abi mit der Traumnote 1,0. Die Einschränkungen während der Corona-Pandemie und der „Mini-Jahrgang“ waren besondere Herausforderungen.

Edertal-Giflitz – Trotz ausgezeichneter Leistungen strebt die 19-Jährige kein Studium an sondern hat sich für das Handwerk entschieden.

Der Abi-Jahrgang 2021 ist außergewöhnlich klein. Wegen der Rückkehr zu G9 bestand er vor allem aus Schülern, die nach Realschulabschluss an Ense-Schule oder Integrierter Gesamtschule Edertal zum GSG wechselten – so wie Jasmin Höhne.

„Es war eine riesige Umstellung“

Sie beendete ihr zehntes Schuljahr an der IGE und sah sich gut vorbereitet auf die Oberstufe am Gymnasium. „Es war aber eine riesige Umstellung, weil wir so wenige waren.“ 24 Schüler starteten vor drei Jahren, aber nur für die Hälfte führte der Weg bis zum Abitur.

„Wenn man nur zu fünft in einem Kurs ist, muss man viel mehr aufpassen und mitarbeiten als in einer Klasse von 25 Schülern,“ erzählt die Giflitzerin. „Da kann man leichter untergehen.“ Jasmin wählte die Leistungskurse Mathematik und Englisch. „Mathe und Physik hätten mir mehr gelegen, aber leider ist dieser Leistungskurs nicht zustande gekommen.“

Nur ein Schüler im Bio-Leistungskurs

Logistisch war es nicht einfach: Der Bio-Leistungskurs bestand nur aus einem Schüler. So lernten Grund- und Leistungskursler gemeinsam, der LK-Schüler hatte zusätzlichen Unterricht. Die Umstellung auf digitale Lerninhalte sei nicht reibungslos verlaufen. „Das hat für mich gut geklappt, aber viele hatten damit Probleme“, sagt die 19-Jährige.

Dann waren alle Abiturienten zurückkehrt in die Schule, aufgeteilt in zwei Klassenräumen. „Das war für Unterrichtsgespräche nicht so gut.“ Später zog der Jahrgang in den musischen Pavillon ein, der mehr Platz bot. In der Schule waren die Abiturienten oft die einzigen Schüler, weil alle anderen im Distanzunterricht lernten. Ein großer Vorteil aus Sicht der erfolgreichsten Absolventin: „Der Zusammenhalt in der kleinen Klasse war sehr gut.“

Kursfahrt nach Florenz wegen Corona abgesagt

Lernen sei ihr immer leicht gefallen, sagt Jasmin. Neben der Schule blieb Zeit für Hobbys bei der Feuerwehr. „Ich bin in der Einsatzabteilung aktiv und Betreuerin von Jugend- und Kinderfeuerwehr.“

Trotzdem habe sie sich intensiv vorbereitet. „Für die Abiturprüfungen habe ich sehr viel gelernt, vor allem für Englisch und Geschichte.“ Ihre schriftlichen Prüfungen schrieb sie in den Leistungskursen und in Deutsch. Physik und Geschichte waren ihre mündlichen Fächer.

Jasmin bedauert, dass die geplante Kursfahrt nach Florenz im vergangenen Jahr wegen Corona abgesagt werden musste. Und auch sonst blieb manches auf der Strecke. „Der Abi-Ball war unsere einzige Veranstaltung.“

Die beste Abiturientin des Jahrgangs 2021 hat sich trotz Traumnoten gegen ein Studium entschieden. „Ich beginne am 1. August eine Ausbildung zur Orthopädietechnik-Mechanikerin in Korbach“, sagt die 19-Jährige. Bei der Berufswahl war ihr wichtig: „Es sollte ein Handwerk sein.“ Sehr gute Kenntnisse in Physik und Mathematik seien auch da von großem Vorteil. (Cornelia Höhne)

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