Nationalparkamt will barrierearmes Angebot ausbauen

Nationalpark Kellerwald-Edersee bietet Naturerlebnis auch für Rolli-Fahrer

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Am Hagenstein: Dieter Grimm (links) mit Matthias Schlote, der die barrierearme Route vor einigen Jahren mit konzipierte.

Edersee – Der Nationalpark Kellerwald-Edersee beteiligt sich als Modellregion 2019  am Projekt: „Barrierefreie Naturerlebnis-Angebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“.

„Natur Natur sein lassen“ lautet das zentrale Ziel des Nationalparks. Trotz der daher strikt gebotenen Zurückhaltung bei Eingriffen bemüht sich die Verwaltung seit 2008 darum, das Großschutzgebiet auch für Gäste im Rollstuhl und Menschen mit anderen Handicaps erlebbar zu machen. Jüngster Schritt: die Rolle als eine von vier Modellregionen in dem bundesweiten Projekt „Barrierefreie Naturerlebnis-Angebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“.

Fünf barrierearme bis -freie Angebote hält der heimische Nationalpark vor: das Nationalpark-Zentrum Herzhausen, den Weg zum Aussichtspunkt Hagenstein oberhalb des Nationalpark-Zentrums, den Wildtierpark, die Quernst-Kirche und das Infozentrum Kellerwalduhr bei Frankenau.

Das architektonisch bemerkenswerte Nationalpak-Zentrum wurde im Januar 2008 eröffnet und immer wieder verbessert. Inzwischen leihen gehbehinderte Menschen dort kostenlos einen Scooter aus. Erlebniskino und Restaurant sind für Rolli-Fahrer gut zu erreichen.

2007 entwickelte der Nationalpark-Förster Matthias Schlote mit fachkundigen Begleitern den Weg zum Aussichtspunkt „Hagenstein“. Auf diesem Weg werden von April bis September sowohl für Rolli-Fahrer als auch für Eltern mit Kinderwagen Führungen angeboten.

Der Zugang zum Wildtierpark war früher durch einen sehr steilen Eingangsweg für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer kaum zu bewältigen. Der Eingang wurde aber im Sommer 2013 durch eine Serpentine so weit entschärft, dass sportliche Rolli-Fahrer seitdem ohne Hilfe das umfangreiche Angebot des Parks genießen. Zudem steht auch hier ein Scooter kostenlos zur Verfügung.

Die sehr schön im Nationalpark gelegene Quernst-Kirche ist ein beliebter Aussichtspunkt. Seit 2013 ist auch sie barrierefrei zugänglich. Es gibt ein rustikales Rolli-Toilettenhäuschen.

Ein weiteres barrierefreies Highlight ist die 2017 neu gebaute „Kellerwalduhr“. Sie stellt die Beziehung zwischen Mensch und Wald im Wandel der Zeiten vor.

Der Chef der Nationalparkverwaltung Manfred Bauer: „Unsere Nominierung als Modell-Region ist für uns ein weiterer Anreiz und zugleich Verpflichtung, unser barrierefreies Angebot weiter auszubauen.“ -sdh-

Hintergrund

Unter der Überschrift „Nationale Naturlandschaften barrierefrei erleben“ wurde der Nationalpark Kellerwald-Edersee als eine von deutschlandweit vier Modellregionen ausgewählt. Mit einer Laufzeit von drei Jahren startete 2019 das Projekt „Barrierefreie Naturerlebnis-Angebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“. Drei Tourismus-Verbänden bearbeiten die selbst gestellt Aufgabe. Ausgewählt wurden neben dem Nationalpark Kellerwald-Edersee die Biosphären-Reservate Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und Flusslandschaft Elbe Brandenburg sowie der Nationalpark Hunsrück-Hochwald gemeinsam mit dem Naturpark SaarHunsrück. Durch die Zusammenarbeit sollen einzelne Attraktionen gebündelt und attraktive Gesamtangebote entwickelt werden. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft“ finanziert. -sdh-

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