Edersee-Touristic setzt auf technischen Wettbewerbsvorteil:

Neue Edersee-App als "digitaler Reiseführer" für die Hosentasche

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Den eigenen Touristenführer griffbereit in der Tasche, an Ort und Stelle einsatzfähig selbst ohne Netz: Das ermöglicht die Edersee-Touristic (ET) ab sofort den Gästen. Heinz-Wilhelm Hilberg (rechts) aus Bringhausen hatte die Idee und gestaltete mit seinem Familienteam die Inhalte, die der Korbacher Entwickler René Knipschild (links) in die Form einer App goss. ET-Geschäftsführer Claus Günther hält sie für vermutlich einzigartig in ihrer Art in Deutschland, "aber zumindest weisen wir im Wettbewerb mit anderen Zielen etwas vor, was nicht jeder hat."

Edersee - Die Ederseeregion erleben und alle paar Meter über Smartphone spannende Hintergründe dazu erfahren: Das ermöglicht eine neue App, die Donnerstag vorgestellt wurde.

Der Gast geht über die Sperrmauer, und plötzlich vibriert sein Handy – exakt über der Stelle, an der helle Steine an der Luftseite der Mauer erkennen lassen, wo die Rollbombe 1943 einschlug. Die Motorengeräusche der Flugzeuge sind am Smartphone zu hören, Bilder von der schwer beschädigten Talsperre und den Folgen der Flutkatastrophe zu sehen, unterlegt mit erläuternden Kommentaren.

Das ist eine der Geschichten rund um den Edersee, die eine neue App der Edersee-Touristic (ET) ab sofort erzählt. Anhand von bewegten und unbewegten Bildern, Audio-Dateien, Interviews oder Texten zum Lesen. So ermöglicht sie den Nutzern auch einen Blick ins Allerheiligste: den feuchten Kontrollgang im Sperrmauerfuß, der für die Öffentlichkeit verboten ist. Wo der gewaltige Druck Wasser durch die Ritzen dringen lässt wie in einer Tropfsteinhöhle.

„Interaktiv, stets aktualisierbar, sich beständig weiter entwickelnd und vor allem: unabhängig von jedem Netzempfang“, zählt ET-Geschäftsführer Claus Günther generelle Schokoladenseiten des digitalen Reiseführers auf. Gestern präsentierte er die Anwendung den Bürgermeistern der Edersee-Kommunen und heimischen Touristikfachleuten auf dem Sperrmauervorplatz.

„Die App hilft auch zu Hause weiter, wenn man im Freundeskreis vom Urlaub erzählt“, sagt der Bringhäuser Heinz-Wilhelm Hilberg. Er hatte im Frühjahr 2018 die Idee zum Projekt, ursprünglich ausgehend von der Frage, wie sich Edersee-Atlantis den Touristen lebendiger näher bringen lässt. In Absprache mit der ET wurde der Ansatz rasch auf den See, seine Reize, Qualitäten und Sehenswürdigkeiten insgesamt ausgedehnt.

Günther und Hilberg legten Themen fest. Der Bringhäuser und seine Familie füllten sie, gerade bei den historischen Aspekten, aus vielerlei Quellen und mit Hilfe Fachkundiger aus der Heimat mit Inhalt. Der Korbacher Entwickler René Knipschild entwarf die technische Seite der App.

Gegliedert ist das Ganze in Ausflugstouren. Die erste und bislang einzige Route stellt die „Sperrmauer-Tour“ dar. In Arbeit sind „Ausflugs–tipps“ und „Edersee-Atlantis.“ Beide gehen laut Initiatoren 2019 an den Start „und wahrscheinlich auch die vierte geplante: die Familienwanderung“, betont Günther. All das soll erst der Anfang sein mit Blick auf die Region und das Ideal, für dieses gesamte Urlaubsziel eine einzige App anzubieten.

Konzipiert ist sie daher als ein sich permanent wandelndes Angebot. „Gäste können uns mit der App Hinweise geben, wenn sie Interessantes entdecken, das wir aufnehmen sollen“, sagt Hilberg.

„Wir freuen uns natürlich ebenso über Anregungen aus der einheimischen Bevölkerung und nehmen sie in der ET gerne entgegen, ob zum Inhalt oder zur Funktionsweise“, fügt Günther hinzu.

„Man muss für Änderungen nicht die gesamte App updaten. Statt dessen erweitern auch die ET-Mitarbeiter die Themenpalette und pflegen sie “, erklärt Knipschild.

Auf Android funktioniert die Anwendung. Die Freigabe für die Apple-Oberfläche IOS erwartet das Team täglich.

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