Quartier auf ausgedientem Strommast

Neue Nisthilfen im Edertal für Stare und Störche montiert

Letzte Handgriffe am Starenhaus.

Edertal-Giflitz. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Storchennest an der Wese wurden ein Haus für Stare und ein zweiter Nistplatz für Weißstörche angelegt.

Der Energieversorger EWF hatte in 2014 die Stromleitungen zwischen Bergheim und Mehlen in den Boden verlegt und danach die Freileitungen abgebaut. Auf Wunsch des Giflitzers Hermann Sonderhüsken an Sven Hamel von der EWF wurde der benachbarte Mast am Storchennest nicht demontiert. Dort übernachteten nämlich oft die Altstörche, wenn es im Nest durch die flüggen Jungtiere zu eng wurde.

Auf Anregung des Edertalers Wolfgang Lübcke wurde dieser Tage auf den Mast ein Horstangebot für Störche installiert. Das gegenüber liegende Nest aus dem Jahr 2009 wurde bislang nicht angenommen, möglicherweise war der Korb nicht hoch genug. Die von einer Schlosserei in Hertinghausen hergestellte Plattform als Basis wurde von den EWF-Monteuren Dietmar Troll und Jan Wiesemann auf den alten Masten montiert.

Starenhaus mit 24 Wohnungen 

Darauf kam ein Weidenring, den Rainer Büchner vom Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, biologische Vielfalt und Landschaftspflege in der Oberen Naturschutz-Behörde im Regierungspräsidium Kassel geflochten hat, samt Nestmaterial aus Zweigen und Heu. Büchner hat zusammen mit Franz-Josef Göllner die Organisation der Aktion übernommen. Finanziert wurde sie von der Oberen Naturschutzbehörde.

Auf den Mast mit dem alten Nistplatz wurde ein Starenhaus mit 24 Wohnungen in drei Etagen gesetzt. Auszubildenden des Lehrbauhofs der Kreishandwerkerschaft Frankenberg hatten es unter der Leitung von Peter Wilhelm gebaut. Dafür dankte Lübcke vom NABU Edertal herzlich. 

Die neuen Nistmöglichkeiten für Störche und Stare flankieren die naturbelassene NABU-Wiese am Ederauenweg, gelegen an der Wesebach-Brücke, auf der anderen Seite des seit 2008 bewohnten Storchennestes. Das wurde seinerzeit ohne menschliche Hilfe von einem Storchenpaar gebaut. Der heutige Aufsatz wurde erst angepasst, nachdem die Adebare im September 2008 ins Winterquartier abgeflogen waren.

Schlafplatz an der Krautwiese in Giflitz

Auf der NABU-Wiese und in der näheren Umgebung ist der Tisch für Stare und Störche reich gedeckt mit Würmern, Insekten, Mäusen, Käfern, Kleinreptilien und auch Maulwürfen. Die Stare haben im Naturschutzgebiet „Krautwiese“ an der Wesemündung einen regelmäßig besetzten Schlafplatz.

Göllner dankte namens des NABU dem EWF, das bereits 2008 die Patenschaft für die Edertaler Störche übernommen hat, „für die bemerkenswerte Unterstützung“. (sdh)

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