Gemeinde Edertal will Investor Areal in Erbpacht überlassen

Neuer Platz für 145 Wohnmobile am Rehbachstrand des Edersees geplant

Blick auf einen Teil des künftigen Wohnmobilstellplatzes am Rehbach: Hinten links ist das Marineheim zu erkennen. Foto: Schade

Edertal. Der von einem heimischen Investor geplante Bau eines Wohnmobilstellplatzes für 145 Fahrzeuge am Rehbach nimmt Konturen an.

Von Jörg Schade

Die Gemeindevertretung beschloss einstimmig, den Flächennutzungsplan für dieses Terrain zu ändern und einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufzustellen. Offen blieb die Frage der Verkehrserschließung.

Statt des vom Gemeindevorstand vorgesehenen zweispurigen Ausbaus der Abfahrt vom Baumkronenweg und Anbindung des neuen Platzes an diese Abfahrt schlug der Bauausschuss als Alternative vor: zweispuriger Ausbau der Zufahrt zum Baukronenweg und Erschließung des neuen Platzes über eine neue Stichstraße unmittelbar am Rande des Besucherparkplatzes mit entsprechender Eingrünung.

Eine Straße überflüssig

Das würde die vorhandene Abfahrt vom Baumkronenweg überflüssig machen. Eine Lösung, die das Parlament abschließend auch favorisierte, denn so würde das ökologisch wertvolle Wiesengebiet mit weniger befestigten Straßen belastet, als durch den Vorschlag des Gemeindevorstands. Wegen des Naturschutzwertes des Areals zweifelt Franz-Josef Göllner (Grüne) generell: „Ein ökologisch sehr wertvolles Gelände und zugleich der größte zusammenhängende Grünlandkomplex in der Gemeinde, der jetzt schon durch den Parkplatz und die Abfahrt Baumkronenweg geschädigt ist.“ Er riet, darüber nachzudenken, ob so ein Projekt dort wirklich sein müsse und in welcher Größe.

Bürgermeister Gier antwortete, dass im Zuge der Bauleitplanung die Naturschutzbehörde angehört werde und das Regierungspräsidium entscheide. Eine gewisse Größe sei nötig, um den Platz wirtschaftlich zu betreiben. Zudem verfüge die Gemeinde über hinreichend FFH- und Naturschutzgebiete sowie National- und Naturpark, meinte er zu den naturschutzrechtlichen Bedenken. Gier: „Wir entscheiden heute nicht über eine konkrete Zuwegung. Was machbar ist, werden wir aus den Stellungnahmen von Naturschutzbehörde und Hessen-Mobil erfahren.“

Zustimmung zum Projekt und den Änderungsvorschlägen des Bauausschusses signalisierte die SPD.

„Ein nachhaltiges Projekt, das für Wachstum in der Ederseeregion sorgen kann“, meinte Fraktionschef Andreas Schaake. Er riet aber dringend, weiter an einem Gesamtkonzept für den Ederseeraum einschließlich des Verkehrs zu arbeiten. (sch)

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