Dort, wohin jährlich 3 Millionen Besucher strömen:

Neues Gäste-Infozentrum für den Sperrmauer-Vorplatz am Edersee geplant

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Eine dreidimensional wirkende Skizze des Gästezentrums mit seinem Turm: Architekt Christoph Hesse präsentierte sie für die Fläche auf dem Vorplatz, auf der heute noch das Toilettenhaus und die Pavillons stehen.

Edertal –Die Machbarkeitsstudie für ein - alles inklusive - 1,9 Millionen Euro teures, neues Gäste-Infozentrum auf dem Sperrmauer-Vorplatz wurde in Edertal vorgestellt. 3 Millionen Menschen strömen jährlich an die Mauer.

„Das Toilettenhaus und die Glaspavillons sind der Prominenz dieses Ortes nicht angemessen und verstellen den Blick auf die Sperrmauer als Attraktion“, sagte der Korbacher Architekt Christoph Hesse im Edertaler Haupt- und Finanzausschuss. Sein Team und er sind davon überzeugt, dass statt dessen exakt an diese Stelle auf dem Sperrmauervorplatz das neue Gäste-Infozentrum gehört, das seinen Besuchern den Blick öffnet auf Sperrmauer, Edersee und Schloss Waldeck (hier weitere Fotos aus der Vogelperspektive - das geplante Zentrum liegt links der Edersee-Sperrmauer auf dem Vorplatz).

Das Zentrum fügt sich in das Gelände ein, das zum Aquapark hin um rund zweieinhalb Meter abfällt. Auf diese Weise ist das Erdgeschoss mit der Info der Edersee-Touristic und ihrem Souvenir-Shop ebenerdig aus Richtung Schiffsanleger zugänglich. „Die Verbindung zu ihm wollen wir stärken“, fügte Hesse hinzu. Im Erdgeschoss sind auch die neuen, kostenpflichtigen WC-Anlagen zu finden mit eigenem Zugang von außen. Das Souterrain nimmt die Ausstellung zur Talsperren-Geschichte auf. Im Inneren des Gebäudes verbindet ein Aufzug die beiden Etagen miteinander.

Das Juwel des Konzepts, ein Alleinstellungsmerkmal im Werben um Touristen, besteht in einem Turm, der sich über dem Erdgeschoss erhebt. „In seiner Gestalt nehmen wir die Architektur der Sperrmauer auf, als hätten wir einen Abschnitt aus ihr herausgeschnitten“, erläuterte der Architekt.

Weder exakte Höhe noch Material des Turms seien festgelegt. Der Entwurf orientiert sich an den Höhen der bestehenden Gebäude am Vorplatz. Der Turm ist als Blickfang und gleichermaßen Aussichtspunkt für die Besucher gedacht, die Eintritt für den Besuch der Info-Ausstellung bezahlt haben.

Über eine begehbare Glasplatte fällt durch den Turm von oben Tageslicht bis hinunter auf die Ausstellungsfläche. Im Turm steigen die Besucher eine Treppe hinauf, so die Idee. Die Konstruktion bildet dabei die innere Schacht-Struktur der Sperrmauer nach. „Über Licht und Schattenwurf wollen wir den Gästen einen Eindruck vermitteln von der Atmosphäre im Inneren der Sperrmauer, speziell am Fuß, der öffentlich ja kaum noch zugänglich ist“, schilderte Christoph Hesse. Zuletzt gab es für eine sehr begrenzte Anzahl von Besuchern 2014 Sonderführungen im Zuge des 100-jährigen Jubiläums der Talsperre (Bildergalerie mit Fotos vom Festakt 100 Jahre Edersee und aus dem Inneren der Edersee-Sperrmauer).

In diesem ersten Entwurf beträgt die Größe der Ausstellungsfläche im Untergeschoss rund 150 Quadratmeter. Ein kleiner Kinoraum und eine Kinder-Spielecke sind integriert. Allerdings ist in der Tiefparterre auch ein 30 Quadratmeter großer Geschäftsraum für die ET ohne Publikumsverkehr vorgesehen.

Diese Fläche könnte der Ausstellung zugeschlagen werden, wenn der Geschäftssitz der Edersee-Touristic andernorts läge. Beispiel dafür wäre die Nationalparkverwaltung.

Das weitere Vorgehen und die Kostenkalkulation zum Gästezentrum

Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Parlament für dessen nächste Sitzung, dem Konzept auf Grundlage der Studie zuzustimmen und beendete damit jahrelange Grabenkämpfe ums Thema. Der Gemeindevorstand erhielt den Auftrag, die Möglichkeiten der Förderung mit dem Land Hessen abzuklären. Er habe in diesem Punkt bei der zuständigen Investitionsbank Hessen bereits vorgefühlt, ergänzte Bürgermeister Klaus Gier. 

Abzüglich der zu erwartenden Förderung durch das Land soll für die Gemeinde ein Anteil von 580 000 Euro an den Investitionskosten verbleiben. 

Das neue Gebäude auf dem Sperrmauervorplatz oberhalb des beliebten Aquaparks hat zwei zentrale Funktionen zu erfüllen: 1. die Gäste-Information der Edersee-Touristic aus der Info-„Röhre“ auf der Sperrmauer aufzunehmen und räumlich wie inhaltlich zeitgemäß attraktiv zu präsentieren. 2. die Geschichte des Sperrmauergebietes von der Fluss-Landschaft über die Vorplanungen für die Talsperre, deren Bau und Entwicklung bis in die heutige Zeit spannend darzustellen. Die Ausstellung soll für den Besucher einen überschaubaren Eintritt kosten. In der Kalkulation setzt das Büro Hesse vorsichtig einen Jahresgewinn der Einrichtung zwischen 112 000 und 184 000 Euro an.

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