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Neues Gästezentrum an der Edersee-Sperrmauer öffnet Ostern

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Von: Matthias Schuldt

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Vor dem Panoramafenster des neuen Gästezentrums Edersee mit einem Modell des Neubaus: (von links) Landrat Jürgen van der Horst, Bürgermeister Klaus Gier und Architekt Christoph Hesse.
Vor dem Panoramafenster des neuen Gästezentrums Edersee mit einem Modell des Neubaus: (von links) Landrat Jürgen van der Horst, Bürgermeister Klaus Gier und Architekt Christoph Hesse. © Matthias Schuldt

„Marketing muss auffallen“, unterstrich Landrat Jürgen van der Horst, als er die Baustelle des neuen Gästezentrums am Edersee besichtigte.

Edersee – Das Projekt auf dem Sperrmauervorplatz des Edersees werde diesem Anspruch gerecht, meinte er:„Das erkennt man schon jetzt. Ich bin begeistert.“ An Ostern will das Edersee-Marketing im neuen Gästezentrum die ersten Besucher begrüßen, kündigte Geschäftsführer Claus Günther an. Die Gesellschaft bezieht einen Ort, der weit mehr anzubieten hat, als die nüchterne Bezeichnung „Info-Zentrum“ ausweist, erläuterte Architekt Christoph Hesse beim Rundgang durch den Neubau. Ein Ort der Begegnung, der Geschichte und der Kultur soll hier entstehen, der Gäste und Einheimische zum Verweilen einlädt.

Er sei sehr froh, dass sich Edertal nach Jahren der Diskussion, nach Abbruch und Neustart für ein Gästezentrum am Edersee mit so einem innovativen Konzept entschieden habe statt für eine nüchterne Tourist-Info, sagte Edertals Bürgermeister Klaus Gier. Herzstück ist das Multi-Video-Kunstprojekt zur Historie des Edersees im Kellergeschoss des neuen Gästezentrums. Uli Klein von der Gemeindeverwaltung Edertal hat es mit der Künstlergruppe „Urbanscreen“ entwickelt und ausgearbeitet.

Eintauchen in die Geschichte des Edersees

Der Gast soll in die Geschichte des Edersees eintauchen wie in eine Traumwelt. Doch was da in dem weiten, verdunkelten Raum an Emotionen transportiert wird – auf großen Leinwänden mit Filmszenen, Fotos, Überblendungen, Animationen und künstlerischen Inszenierungen –, fußt auf der Realität und spiegelt die Achterbahnfahrt der Edersee-Geschichte wider zwischen der Bombardierung der Talsperre als tiefstem Punkt und den vielen Höhen wie unbeschwertem Wassersport auf dem See zur Wirtschaftswunderzeit. Musik und kurze Wortsequenzen, abgestimmt auf die Bildeindrücke, gleiten durch den Raum und verklingen. Neugierde auf mehr soll geweckt werden.

Im Erdgeschoss darüber lässt sich der Wissensdurst umfänglich stillen. Das Edersee-Marketing etabliert zu diesem Zweck eine neue Datenbank, die alle Infos rund um den Edersee bündelt, von der Geschichte über das Freizeitangebot bis zu Unterkünften. An großen Bildschirmen im Zentrum oder wahlweise auf eigenen Geräten kann der Besucher dies abrufen. Das Team der Marketinggesellschaft steht für persönliche Fragen und Gespräche zur Verfügung, wie es die Gäste von Affoldern oder der Röhre auf der Sperrmauer her kennen.

Gästezentrum Edersee kostet zwei Millionen Euro brutto

Zwei Millionen Euro inklusive aller Nebenkosten ist das neue Gästezentrum Edersee teuer, sagt Christoph Hesse. Edertals Parlament stimmte 2022 den gestiegenen Kosten zu. Sie seien durch Änderungen und Detail-Ausarbeitungen am Konzept angefallen, erläutert Hesse. 1,28 Millionen Euro trage das Land, doch Verhandlungen über einen Zuschlag liefen, ergänzt Klaus Gier. 60 000 Euro schießt der Kreis zu. Auch von dieser Seite sei ein Nachschlag denkbar, sagt Jürgen van der Horst.

Die Innenausstattung des neuen Gästezentrums am Edersee im Erdgeschoss fehlt noch. Das gilt für den Empfangs- und Beratungstresen ebenso wie für die Lounge-Sessel, von denen aus die Besucher künftig den Blick aus der Panoramascheibe auf die Sperrmauer, den See und Schloss Waldeck genießen. Große rechteckige Nischen in den Wänden zeigen an, wo die großen Info-Bildschirme bald Platz finden.

Eigene Datenbank mit allen Informationen rund um den Edersee

Die Inhalte rund um das Thema Edersee sind auf ihnen und ebenso auf dem eigenen Handy oder Tablet über eine „PWA“ zu erreichen, „eine Professionell Web APP“, erklärt Claus Günther, Geschäftsführer des Edersee-Marketing. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine Datenbank. Sucht der Nutzer dort etwas, braucht er kein Google. Die App ist eine Informations- und Erlebniswelt für sich, wird im Lauf der Zeit beständig aktualisiert und erweitert. Alles dreht sich um den Edersee und das Ziel ist, alle Beteiligten und deren Angebote rund um den Edersee einzubinden und zu verlinken, vom Tourismus-Anbieter bis zum Atlantis-Verein. In der Perspektive könnte die App später an Ort und Stelle auch Exklusiverlebnisse zum Edersee aus der Welt der Virtual Reality bieten, skizziert Günther.

„Als Edersee-Marketing investieren wir 70 000 Euro in die Einrichtung“, berichtet Günther. Ein Besprechungs- und Sozialraum schließt sich an den Empfang an. Außerdem sind im Erdgeschoss öffentliche Toiletten angesiedelt. „Sie stehen den Besuchern des Gästezentrums zur Verfügung“, erklärt Architekt Christoph Hesse.

Menschen verleiten, Zeit am und im Gästezentrum Edersee zu verbringen

Fürs große Publikum finden sich an der Rückseite des Gebäudes weitere öffentliche Toiletten auf Höhe des Kellergeschosses. Zu ihnen hat man auch von außen Zugang. Gäste des Gästezentrums Edersee, die Eintritt bezahlt haben, können sie gleichfalls nutzen und erhalten Zutritt über ein Drehkreuz.

Vor dem Eingang zum neuen Gästezentrum am Edersee: Edertals Bauamtsleiter Alexander Paul und Claus Günther, Geschäftsführer des Edersee-Marketing
Vor dem Eingang zum neuen Gästezentrum am Edersee: Edertals Bauamtsleiter Alexander Paul und Claus Günther, Geschäftsführer des Edersee-Marketing © Matthias Schuldt

Nicht nur das Innere des neuen Gästezentrums Edersee soll die Menschen dazu verleiten, hier Zeit zu verbringen und in Kontakt zueinander zu kommen. „Das wollen wir auch auf dem Außengelände erreichen“, schildert Christoph Hesse.

Raum für Begegnung und Kultur am Gästezentrum Edersee

Zu beiden Seiten des Eingangs führen Treppenanlagen auf die Aussichtsebene, die den Turm umfasst. Die Treppen selbst eignen sich als Sitzbänke oder als Raum für Kulturveranstaltungen, bei denen die Künstler ihrem Publikum nah kommen. Der Blick öffnet sich auf die Edersee-Sperrmauer, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird.

Rund 50 000 Menschen berät das Team des Edersee-Marketing pro Saison aktuell auf der Sperrmauer in der „Röhre“, die bald Vergangenheit ist. „Im neuen Gästezentrum rechnen wir natürlich mit einem noch größeren Zulauf“, blickt Claus Günther voraus. (Matthias Schuldt)

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